Wenn sich am Samstag die Tore der Erfurter Messe für den Bundesparteitag der AfD öffnen, steht die Thüringer Landeshauptstadt vor einer ihrer größten sicherheitspolitischen Herausforderungen der vergangenen Jahre.

Zwei Tage lang, am 4. und 5. Juli, wird die Stadt zur Bühne für ein politisches Kräftemessen, das weit über Thüringens Grenzen hinaus Beachtung findet. Während drinnen etwa 600 AfD-Delegierte tagen, formiert sich draußen ein Protestbündnis mit ausgeklügelter Strategie: Das Parteitreffen soll mit allen Mitteln verhindert werden.

Parallel locken die traditionellen Domplatz-Konzerte Tausende Kulturbesucher in die Altstadt. Erfurt steht vor einem Balanceakt zwischen Versammlungsfreiheit, einer angespannten öffentlichen Sicherheitslage und städtischem Alltag.

Ein Wochenende der Superlative

Die Zahlen, mit denen Behörden und Veranstalter kalkulieren, sind beachtlich: 31 Aktionen sind rund um den Parteitag bei der Stadt angemeldet, Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) rechnet mit rund 50.000 Menschen, die aus der ganzen Bundesrepublik zur Teilnahme an den Protestaktionen anreisen.