Angesichts der anhaltenden volatilen Sicherheitslage fand am Donnerstag, 2. Juli, der zweite WELT Sicherheitsgipfel im Berliner Axel-Springer-Hochhaus statt. Eine einzigartige Runde führender Entscheidungsträger aus Politik, Militär, Nachrichtendiensten und Wirtschaft kam zusammen, um Antworten auf die drängendsten sicherheitspolitischen und technologischen Herausforderungen Europas zu diskutieren.Die Debatten fokussierten sich auf Europas sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit, den Status Quo seiner Verteidigungsindustrie sowie technologische Innovationen.Zentrale Äußerungen während des WELT Sicherheitsgipfels 2026:Armin Papperger, CEO von Rheinmetall, beklagte die mangelnde Verlässlichkeit von Bestellungen seitens der Bundesregierung: „Die Entscheidungen, die wir im Augenblick treffen, müssen nachhaltiger und langfristiger sein. Im Augenblick sind die Verträge noch sehr kurz. Die Politik sagt, wir wollen verlässlich sein — das fehlt an der einen oder anderen Stelle noch.“Susanne Wiegand, Aufsichtsrätin Quantum Systems und ehemalige CEO von Renk, kritisiert sie mangelnde Geschwindigkeit beim Ausbau militärischer Fähigkeiten: „Die Zielgröße, nach der wir uns alle richten sollten, ist der messbare Fähigkeitsaufbau bei der Bundeswehr. Solange wir Politiker daran messen, dass sie Geld ausgeben, kommen wir nicht auf den effizientesten Weg.“ Noch bleibe Deutschland dabei weit unter seinem Potenzial: „Keiner will Loser im Team haben. Wenn wir unser Potenzial heben, werden wir auch begehrte Partner sein in der Nato und von den USA.“Thomas Röwekamp (CDU), Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag:„Zeitenwende bedeutet viel mehr, als Geld für Verteidigungsfähigkeit bereitzustellen. Sie bedeutet auch, Geld in militärische Fähigkeiten umzuwandeln. Sie bedeutet, mehr Verantwortung im Rahmen unserer Bündnisse, insbesondere der NATO, zu übernehmen. Sie bedeutet, mehr Führungsverantwortung für den europäischen Kontinent zu übernehmen.“Die weiteren Konsultationen des Gipfels fanden vertraulich unter Anwendung der Chatham House Rule statt.Helge Fuhst, Chefredakteur WELT und Vorsitzender der Chefredaktionen der PREMIUM-GRUPPE: „Europas Sicherheit ist längst eine der zentralen Fragen unserer Zeit. Aufgabe des Journalismus in der Zeitenwende ist es, sie nicht nur kritisch zu begleiten, sondern Orientierung zu geben und handelnde Akteure in die Pflicht zu nehmen. Der WELT Sicherheitsgipfel schafft für Entscheidungsträger eine Plattform jenseits üblicher Rhetorik, um sicherheitspolitische Entscheidungen wirklich voranzubringen und so die Handlungsfähigkeit Europas zu sichern.“Mathias Sanchez, CEO der PREMIUM-GRUPPE: „Europas Wettbewerbsfähigkeit ist untrennbar mit Innovation und Sicherheit verbunden. Nur wenn die entscheidenden Player aus Wirtschaft, Technologie und Exekutive zusammenarbeiten, können sie die Herausforderungen unserer Zeit lösen und damit auch das Wachstum in Europa sichern. Auf dem WELT Sicherheitsgipfel bringen wir sie an einen Tisch.“Führende Vertreter aus allen relevanten SektorenEin Dinner mit Impulsen unter anderem von Marie-Agnes Strack-Zimmermann (Vorsitzende des Europäischen Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung) und General Raimundas Vaikšnoras (Oberbefehlshaber der litauischen Streitkräfte) am Vorabend eröffnete den WELT Sicherheitsgipfel.Unter den Gästen des WELT Sicherheitsgipfels 2026 waren zudem:Aus Sicherheitsbehörden und Militär: Carsten Breuer (Generalinspekteur der Bundeswehr), Martin Jäger (Präsident des Bundesnachrichtendienstes BND), Sinan Selen (Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz BfV), Holger Münch (Präsident des Bundeskriminalamts BKA).Aus der Politik: Mykhailo Fedorov (Verteidigungsminister der Ukraine), Mikie Sherrill (Gouverneur von New Jersey, zugeschaltet), Nicola Beer (Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank).Aus der Verteidigungsindustrie: Alex Karp (CEO, Palantir, zugeschaltet), Michael Schöllhorn (CEO, Airbus Defence & Space), Uwe Horstmann (CEO, STARK), Dr. Jörg Stratmann (CEO, Rolls-Royce Power Systems), Susanne Wiegand (Aufsichtsratsmitglied bei Quantum Systems), Philipp Kerth (CEO, Hypersonica), Balázs Nagy (CEO, TYTAN Technologies), Marc Wietfeld (CEO, ARX Robotics).Aus Technologie und Wirtschaft: Martin Merz (President Souvereign Cloud, SAP), Sebastian Kurz (Präsident, Dream Security), Karin Rådström (CEO, Daimler Truck), Heyo Kroemer (Vorstandsvorsitzender, Charité Berlin), Dominik de Daniel (CEO, Kühne Holding).Partner des WELT Sicherheitsgipfels 2026 waren AMDT, BAT Germany, DFNZ, Mercedes-Benz, Rolls-Royce Power Systems, SAP, TYTAN Technologies & Vodafone Business.Beim WELT-Sicherheitsgipfel gilt die Chatham House Rule: Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen laut dieser Konferenzregel das, was auf der Veranstaltung besprochen wurde, durchaus frei verwenden, jedoch ohne in irgendeiner Form offenzulegen, wer was gesagt hat. Dies trägt dazu bei, dass offene Debatten zu kontroversen Themen geführt werden können. 1927 wurde diese Regelung in Chatham House eingeführt, dem Londoner Sitz des Außenpolitik-Thinktanks Royal Institute of International Affairs.
Sicherheit neu denken: Das war der WELT-Sicherheitsgipfel 2026 - WELT
Sicherheit neu denken in der Polykrise – darum ging es beim WELT-Sicherheitsgipfel am 2. Juli 2026.






