Ein Korruptionsskandal in Moldau hat eine Welle von Rücktritten ausgelöst. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe über mutmaßlich gefälschte Lebensläufe sowie unverhältnismäßig hohe Vergütungen innerhalb der staatlichen Flugsicherungsbehörde MoldATSA.Obwohl Präsidentin Maia Sandu nicht direkt in den Skandal verwickelt ist, geriet sie unter politischen Druck, nachdem zwei ihrer Verwandten in die Affäre hineingezogen wurden. Die Vorfälle ereignen sich zu einem Zeitpunkt, an dem Moldau offizielle Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union (EU) aufgenommen hat.

Wie der Korruptionsskandal Moldau erschüttert

Am 18. Juni berichtete die Zeitung Ziarul de Gardă, dass Dumitru Vangheli, der damalige Direktor von MoldATSA, bei seiner Bewerbung falsche Angaben in seinem Lebenslauf gemacht haben soll. Er war 2025 an die Spitze des Staatsunternehmens berufen worden. Im Zuge der Berichterstattung geriet auch Anastasia Taburceanu, Sprecherin von MoldATSA und Cousine von Präsidentin Sandu, in den Fokus.

Fünf Tage später veröffentlichte die Rechercheorganisation RISE Moldova einen Bericht, wonach Taburceanu innerhalb von knapp einem Jahr als Sprecherin der Flugsicherungsbehörde rund 6000 Euro pro Monat erhalten haben soll – etwa das Achtfache des durchschnittlichen Monatsgehalts in Moldau. Taburceanu erklärte daraufhin auf Facebook ihren Rücktritt. „Ich werde die erhaltenen Boni und Gehaltszulagen für den gesamten Zeitraum meiner Tätigkeit in dieser Institution zurückzahlen“, schrieb sie.