Der Donnerstag begann in Wimbledon mit einem Ereignis, das jede Tennisleistung in den Schatten stellte: Kate kam. Die Prinzessin von Wales, beliebt in Großbritannien, war erstmals bei der diesjährigen Ausgabe des Rasenklassikers zu Besuch. Vor Court 18 gab sie ein Fernsehinterview, schon von Weitem war die 44-Jährige in der Menschentraube zu erkennen, ihr saphirblauer Leinenanzug ragte heraus. Später saß sie auf Court No. 1 und verfolgte mit dem zweimaligen Wimbledonsieger Andy Murray bestens gelaunt die Partie der Britin Katie Swan, die der Amerikanerin Madison Keys unterlag. Als Alexander Zverev im zweitgrößten Stadion der Anlage auftauchte, war Kate allerdings weg. Seit 2016 ist sie Schirmherrin des All England Lawn Tennis and Croquet Clubs, da stehen eben Verpflichtungen an. Aber vielleicht wird sie den frischen French-Open-Sieger bald wiedersehen. Der Deutsche, der kürzlich in Paris seinen ersten Grand-Slam-Titel gewann, setzte in England seine Erfolgsserie souverän fort.Sein 6:1, 6:3, 7:6 (3) in der zweiten Runde gegen den Weltranglisten-75. Valentin Royer aus Frankreich war sein neunter Grand-Slam-Matchsieg in Serie. Nimmt man die Australian Open dazu, als Zverev im Halbfinale gegen den späteren Champion Carlos Alcaraz aus Spanien verlor, kommt er in dieser Saison auf eine 14:1-Bilanz bei den bislang ausgetragenen Großveranstaltungen. Das ist nicht so schlecht. „Für zweieinhalb Sätze spielte ich ein fast perfektes Match“, sagte er nach seinem neuesten Sieg. Dann sei er kurz unkonzentriert gewesen. „Ich bin nicht alt, aber ich komme langsam in ein Alter, wo es besser ist, Energie zu sparen.“ Das gelang ihm gegen Royer, wobei er auch keine 2:04 Stunden hätten spielen müssen. In der einseitigen Partie gab es ja nur zwei Spannungsmomente: Zverev schoss einmal beinahe einen Vogel ab. Und im dritten Satz ließ er, trotz Überlegenheit und einer 4:2-Führung, unnötig den Gegner zurück ins Match. Am Samstag trifft der 29-Jährige auf den US-Amerikaner Marcos Giron, 32, gegen den 92. der Weltrangliste hat er eine 4:0-Bilanz.Sein Kämpferherz zeigte wieder einmal der Warsteiner Jan-Lennard Struff, der 36-Jährige besiegte den an Nummer 28 gesetzten US-Amerikaner Brandon Nakashima 4:6, 7:6 (6), 7:6 (5), 6:7 (6), 7:6 (10:7); die Partie auf Court 12 war am Abend zuvor wegen Dunkelheit abgebrochen worden. Damit steht Struff wie in den beiden vergangenen Jahren in der dritten Runde. Der frühere US-Open-Sieger Daniil Medwedew aus Russland ist sein nächster Gegner. Yannick Hanfmann, 34, verlor 3:6, 4:6, 4:6 gegen den Russen Karen Chatschanow.