Die NRW-CDU will Bür­ger­geld­emp­fän­ge­r:in­nen zum Kauf eines Deutschlandtickets verpflichten. Ausgerechnet die, die ohnehin fast nichts haben.

Eigentlich sollte das Deutschlandticket für alle erschwinglich sein, wird aber immer teurer

Christoph Hardt/Panama Pictures/imago

E s ist zum Haareraufen. Um Geld in die Kassen der Nahverkehrsbetriebe zu spülen, wollen CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen Bür­ger­geld­emp­fän­ge­r:in­nen ein Deutschlandticket als Sachleistung aufzwingen. Mehr Geld bekämen die Menschen dafür nicht – der Betrag, der normalerweise selbstbestimmt für Mobilität ausgegeben werden kann, würde ihnen gestrichen.

Die Überzeugung der CDU-Politiker, dass sie da eine wirklich gute Idee hatten, zeigt, wie wenig sie von der Lebensrealität einkommensarmer Menschen verstehen – und wie erschreckend leicht es ihnen fällt, immer noch mehr Geld und Freiheit bei Armen abzuzwacken. Selbst, wenn es stimmt, dass die Verkehrsverbünde von mehr Kun­d:in­nen im Abomodell profitieren: Der Vorschlag ist absurd und abschätzig. Das Ticket gibt es seit gut zwei Jahren. Seit dieser Zeit ringen Bundesregierung, Länder und Verkehrsverbünde über das Angebot. Sie alle finden es gut, aber niemand will so recht für die Kosten aufkommen.