Vor vielen Kommunen liegen harte Jahre, denn wenn gespart werden muss, sind Streit und Konflikte meist unvermeidlich. Da holt sich mancher Stadtrat gern den Beistand externer Fachleute. In Essen droht den städtischen Bühnen eine Finanzierungslücke von 16,5 Millionen Euro im Jahr 2031. Bis dahin könnte der Finanzbedarf der Essener Theater und Philharmonie (TuP) von derzeit 58,5 auf 75 Millionen Euro im Jahr steigen.Weil der Haushalt das nicht hergibt, hat man die Unternehmensberatung Actori damit beauftragt, gleich mehrere Szenarien zu entwerfen, wie der Finanzbedarf der TuP allen zu erwartenden Preis- und Tarifsteigerungen zum Trotz auf dem aktuellen Niveau festgezurrt werden könnte. Die Berater haben drei Kröten unterschiedlicher Größe im Angebot, von denen der Stadtrat in seiner Sitzung am 8. Juli vermutlich eine wird schlucken müssen.Kröte eins sieht eine Reduzierung des Spielbetriebs aller fünf Sparten um etwa ein Viertel vor und wäre mit einem erheblichen Personalabbau verbunden. Kröte zwei würde die Umwandlung des Grillo-Theaters, eines der ältesten Stadttheater im Revier, in ein Gastspielhaus bedeuten. Essen, die zehntgrößte Stadt Deutschlands, hätte dann kein eigenes Schauspiel mehr.Kröte drei sieht das in solchen Fällen übliche Maßnahmenbündel vor: Einnahmen steigern, Kosten senken, mit vermeintlich populären Angeboten mehr Zuschauer anlocken. Da Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen erst unlängst den Vorsitz im Aufsichtsrat der TuP übernommen hat, gilt eine moderate Lösung als wahrscheinlich. Aber auch an Kröte drei würden die Essener Bühnen lange zu kauen haben.
Sparpläne für Essener Bühnen
Die fünf Sparten der Essener Bühnen stehen vor harten Sparmaßnahmen. Der Stadtrat hat eine Unternehmensberatung beauftragt, drei Szenarien zu entwerfen. Schlimmstenfalls droht dem Schauspiel die Schließung.






