BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholen

Wenn Frank Teichert in seinem Büro im Berliner Polizeipräsidium Gäste empfängt, bietet er ihnen nur Wasser aus der Flasche an. Das aus der Leitung kippt er morgens nicht mal in die Kaffeemaschine – so sehr ekelt er sich davor, was in den alten Rohren sein könnte. »Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich die Pflanzen damit gieße«, sagt er. In seinem Büro riecht es nach Zitrus-Raumerfrischer. Das Fenster, sagt er, öffne er nur ungern, aus Angst, es könne aus den Angeln brechen.

Teichert weiß, dass nicht nur sein Arbeitsplatz unangemessen ausgestattet ist, sondern dass viele der 37 Polizeiwachen in der Hauptstadt marode sind. Er ist Personalrat der Deutschen Polizeigewerkschaft in Berlin. Der Bundesverband macht seit Jahren auf die Zustände aufmerksam, unter denen viele der rund 280.000 Landespolizisten arbeiten. Teichert hat etliche Dienststellen selbst gesehen. Und er kennt Fotos und Erzählungen, die Kolleginnen und Kollegen an ihn weitertragen. Immer wieder hört er von Motten, Ratten, losen Stromkabeln oder ekligen Duschen.