Stand: 02.07.2026 • 07:19 Uhr
Das rohstoffreiche Algerien wählt ein neues Parlament und die Opposition hofft, dass die neue Volksvertretung mehr Einfluss ausüben wird. Doch dazu müssten mehr Menschen als 2021 abstimmen. Ist die Hoffnung berechtigt?
Zehn Tage vor der Parlamentswahl in Algerien ist in der Hauptstadt Algier nur wenig vom Wahlkampf zu spüren. Mehr Fußballbanner als Wahlplakate schmücken die Straßen. Im dicht besiedelten Viertel Bab El Oued rund um den Markt herrscht der übliche Alltagstrubel - lautes Stimmengewirr. Aber über die Parlamentswahl mag niemand so recht reden, erst recht nicht vor der Kamera für die tagesschau im fernen Deutschland.
Viele sagen im Vorbeigehen, sie würden ohnehin nicht wählen gehen. Zwei Brüder, die an einem Marktstand Bohnen verkaufen, wirken resigniert, obwohl sie nach eigenen Aussagen mit ihrem Stand über die Runden kommen. "Wenn du selbst ein Geschäft eröffnest, wirst du von den Steuern ruiniert, wenn du angestellt arbeitest, ist der Lohn zu gering zum Leben", klagen sie. Wählen wollen sie nicht.
Die wenigen Wahlplakate zeugen davon, dass die Auswahl am Wahltag begrenzt sein wird. Es sind große Tafeln mit Platz für viele Kandidaten - aber auf vielen dieser Tafeln sind nur wenige Kandidaten zu sehen.











