Als Donald Trump 2015 erstmals ankündigte, für das Amt des US-Präsidenten kandidieren zu wollen, prahlte er: „Ich bin echt reich.“ Das sagte er nicht nur, um sich als erfolgreicher Geschäftsmann zu inszenieren, sondern auch, um die Botschaft zu vermitteln, er werde als Politiker nicht käuflich sein, weil er dies nicht nötig habe. In seiner Kampagne bezifferte er dann sein Vermögen wiederholt auf mehr als zehn Milliarden Dollar. Das dürfte weit übertrieben gewesen sein, wenngleich es nicht exakt überprüfbar war, weil sein Unternehmen, die Trump Organization, keine detaillierten Finanzdaten veröffentlicht.Mittlerweile scheint Trump sich allerdings der damals von ihm reklamierten Marke zu nähern. Ein jetzt von ihm vorgelegter Finanzbericht liefert ein Bild über seine diversen Einnahmequellen. Was dabei hervorsticht: Fast aus dem Stand ist Trump zum Krypto-Milliardär geworden. Unter anderem dank eines erst wenige Monate vor seiner Rückkehr ins Weiße Haus gegründeten Unternehmens, das verschiedene Kryptoprodukte herausgibt.Geschenke aus GoldTrumps eklatante Interessenkonflikte sind seit einiger Zeit bekannt. Er hat nach seiner Wahl zum Präsidenten an seinem Unternehmen festgehalten, auch wenn das Tagesgeschäft von seinen Söhnen geführt wird. Der Bericht unterstreicht nun aber, dass Trump seine Position als US-Präsident in seiner zweiten Amtszeit mit einem ganz neuen Maß an Hemmungslosigkeit nutzt, um sich finanzielle Vorteile zu verschaffen.Er profitiert von Kryptogeschäften, während er gleichzeitig Regulierungen für die Kryptoindustrie abzubauen versucht. Er kauft Aktien von Unternehmen, deren Kurse er mit seinen Entscheidungen bewegt. Und seine einstige Behauptung, er sei selbst nicht käuflich, hat sich als sehr zweifelhaft erwiesen. Zumindest scheinen die Vorstandschefs von Unternehmen wie Apple und Rolex nicht daran zu glauben, die ihm Geschenke aus Gold ins Oval Office gebracht haben.Wenige Tage vor dem 250. Geburtstag der USA liefert der jetzt vorgelegte Finanzbericht einen ernüchternden Befund: Trump hat das Amt des US-Präsidenten zu einem Vehikel für Selbstbereicherung degradiert. Das Weiße Haus ist zur Merchandising-Plattform verkommen.