PfadnavigationHomePolitikDeutschlandUmfrage„Warnsignal für die Stadt“ – Linke in Berlin auf Platz eins, CDU nur noch viertstärkste KraftStand: 01:26 UhrLesedauer: 3 MinutenElif Eralp, Spitzenkandidatin der Berliner Linken für die Wahl zum AbgeordnetenhausQuelle: Soeren Stache/dpaAm 20. September wird in Berlin das Abgeordnetenhaus gewählt. Doch die Partei des Regierenden Bürgermeisters Wegner (CDU) rutscht in den Umfragen ab. Wegner warnt vor einer „klaren Stärkung der Ränder“.Rund zweieinhalb Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus liegt die Linke nach einer aktuellen Wahlumfrage vorn. Wenn am Sonntag gewählt würde, wäre die Linkspartei mit 20 Prozent stärkste Kraft. Das geht aus dem Berlin-Trend von Infratest Dimap im Auftrag von RBB24-Abendschau und RBB 88,8 hervor. Die CDU, die den Regierenden Bürgermeister stellt, rutscht in der Umfrage weiter ab.Lesen Sie auchAuf Platz zwei kämen die Grünen mit 19 Prozent der Stimmen, gefolgt von der AfD mit 18 Prozent. Die CDU, die mit Kai Wegner den Regierenden Bürgermeister stellt, büßt in der Wählergunst ein und käme mit 17 Prozent auf Platz vier. Bei der Wiederholungswahl 2023 hatte die CDU noch gut 28 Prozent erreicht.Die SPD würde laut Sonntagsfrage 13 Prozent erzielen. FDP und BSW könnten mit jeweils 3 Prozent nicht ins Abgeordnetenhaus einziehen, wie aus der Umfrage hervorgeht. Die Abgeordnetenhauswahl ist am 20. September.Die Umfragewerte im Überblick:CDU: 17 Prozent (-2)AfD: 18 Prozent (±0)SPD: 13 Prozent (-1)Grüne: 19 Prozent (+1)Linke: 20 Prozent (+2)FDP: 3 Prozent (±0)BSW: 3 Prozent (±0)Sonstige: 7 Prozent (±0)Die aktuell regierende schwarz-rote Koalition hat laut Umfrage keine Mehrheit mehr. Zudem äußerten sich 78 Prozent der Befragten mit der Arbeit des Berliner Senats unzufrieden.Bei einer repräsentativen Erhebung im April im Auftrag des RBB kamen die Christdemokraten noch auf 19 Prozent, Grüne, Linke und AfD auf je 18 Prozent. Für die repräsentative Umfrage wurden zwischen dem 25. und 29. Juni insgesamt 1165 Menschen online und telefonisch befragt, wie der RBB mitteilte. Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet.Wegner zu Umfrage zu Berlin-Wahl: „Warnsignal für die Stadt“Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner spricht angesichts des Absackens seiner CDU von einem besorgniserregenden Signal. „Die Zahlen sind alles andere als gut, das ist klar. Sie sind aber auch ein Warnsignal für die Stadt. Wir haben eine klare Stärkung der Ränder“, sagte Wegner dem „Tagesspiegel“. „Die Linkspartei ist jetzt vorn, wir haben aber auch eine sehr, sehr starke AfD.“ Das sei gefährlich für die Stadt. „Wir werden jetzt alles daransetzen, dass die Mitte gestärkt wird.“Lesen Sie auchZu den Gründen für das Absacken seiner Partei sagte Politiker Wegner, der erneut als CDU-Spitzenkandidat antritt: „Ich glaube, die Ursachen sind ganz unterschiedlich. Zum einen wurden sicherlich Fehler gemacht, die ich auch eingestanden habe. Zum anderen schlägt der Bundestrend herein. Wir erleben das gerade in ganz Deutschland, dass die Parteien, die die Koalition tragen – CDU, CSU und SPD –, weiter an Zustimmung verlieren.“Lesen Sie auchMan müsse dafür sorgen, dass die Menschen durch Reformen Sicherheit bekommen. „Die Reformen müssen funktionieren, und die Menschen müssen das Gefühl haben, dass sie gerecht gestaltet werden“, forderte Wegner.„Der Wahlkampf ist mit dem heutigen Tag ein anderer“„Wir werden jetzt noch einmal deutlich machen, was wir in diesen drei Jahren für Berlin erreicht haben“, sagte der Regierende Bürgermeister, und zählte auf: „eine Verwaltungsreform, Bürgerämter, die wieder funktionieren, schärfere Polizeigesetze, deutlich erleichterten Wohnungsneubau“. Er betonte aber: „Der Wahlkampf ist mit dem heutigen Tag ein anderer. Die Ränder werden immer stärker. Das ist ein besorgniserregendes Signal.“Wegner war im Zusammenhang mit dem Krisenmanagement während des großen Stromausfalls im Berliner Südwesten zu Jahresanfang unter Druck geraten, weil er ein etwa einstündiges Tennismatch am ersten Tag zunächst verschwiegen hatte. Kritik gab es auch im Zusammenhang mit der Ernennung eines Staatssekretärs für Digitalisierung, der schon nach gut zwei Monaten wieder entlassen wurde.dpa/lay/saha