Von der Mitte der polyzentrischen Stadt ist plötzlich die Rede. Und diese wird der Berliner Senat binnen zehn Jahren radikal umkrempeln. Mit diesem Satz ließe sich das zusammenfassen, was bei der viel besuchten Vernissage im Flughafen Tempelhof am Mittwoch zu sehen war.

Bei besagter Planung handelt es sich um die Internationale Bauausstellung 2034–37, kurz IBA. Im Unterschied zu den Großprojekten, die für Berlin sonst im Raum stehen, kann die Stadt dieses Event in Eigenregie durchziehen, denn es braucht keinen Zuschlag von außerhalb. Und anders als bei Olympia oder Expo, die stark umstritten sind, herrscht bei der IBA weitgehend Konsens: Keine der im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien ist grundsätzlich dagegen. Alle, die an Immobilien verdienen, applaudieren heftig.

Im Vorprüfungsprozess zu potenziellen IBA-Standorten ergibt sich eine Clusterung von Handlungserfordernissen beidseitig des S-Bahn-Rings entlang der querenden Radialen. Daraus entstand das Szenario „Ring“.

© SenStadt

„Geheim“ – wie anonyme Aktivisten zur Ausstellungseröffnung auf Massen kleiner Papierschnipsel brandmarkten – ist die IBA nicht. Petra Kahlfeldt spricht davon, seit sie vor fünf Jahren das Amt als Senatsbaudirektorin antrat. Freilich fand die Vorbereitung bis dato in Hinterzimmern statt. Nur handverlesene Verwaltungsangestellte, Verbandsfunktionäre und externe Experten hatten Zugang. Als der Senat Ende März die IBA offiziell beschloss, sahen die Medien die Pläne allenfalls kurz aufblitzen. Erst jetzt, bei der dreiwöchigen Auftaktschau im Flughafen Tempelhof, kann jeder das Vorhaben begutachten.