Illustration einer Sonneneruption: Treffen die von der Sonne ausgestrahlten geladenen Teilchen auf das Magnetfeld der Erde, entstehen Sonnenstürme
Es war einer der stärksten Sonnenstürme der vergangenen 20 Jahre: Riesige Wolken geladener Teilchen von der Sonne trafen am 10. und 11. Mai 2024 auf das Magnetfeld der Erde. Sogar in Deutschland und noch weiter Richtung Äquator, in Teilen Südeuropas, waren Polarlichter zu sehen.
Genau zu dieser Zeit war der japanische Forschungssatellit »Arase« im Ringstrom der Erde unterwegs, einem Strom geladener Teilchen, der die Erde über dem Äquator umgibt.»Dies ist die erste gleichzeitige Beobachtung von Ringstromionen und Sonnenwind während eines so großen Sturms«, sagt Naritoshi Kitamura von der Universität Nagoya. Die Daten seien eindeutig gewesen: Mehr als 85 Prozent der Ionen im Ringstrom stammten aus dem oberen geladenen Teil der Erdatmosphäre, der Ionosphäre. Damit kam ein überraschend großer Teil der Teilchen, die während des Sonnensturms das Erdmagnetfeld beeinflussten, gar nicht von der Sonne, sondern aus einem Teil der Erdatmosphäre.
Die Erkenntnisse legen nahe, dass der Beitrag der Ionosphäre zum Ringstrom eine entscheidende Rolle bei der Schwere von Sonnenstürmen spielt. Sie wurden im Fachmagazin »Science Advances « veröffentlicht.Super-Sonnenstürme können GPS-Signale stören und Stromausfälle verursachenDie Sonne sendet ständig Teilchenströme aus, erklärt das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Bei einer Sonneneruption ist dieser Ionenstrom für einige Zeit besonders ausgeprägt. Treffen die Sonnenwinde auf das Erdmagnetfeld, wird dieses verformt, in den Polargebieten können Teilchen in die Erdatmosphäre vordringen und Leuchterscheinungen am Himmel entstehen: Polarlichter. Starke Sonnenstürme verformen das Erdmagnetfeld stärker, erklärt das Max-Planck-Institut. Polarlichter sind dann auch weiter von den Polen entfernt zu sehen.








