Der ehemalige PWC-Vorstand Björn Viebrock hat am 1. Juli den Posten des Deutschlandchefs der Steuerberatung WTS übernommen. Darüber informierte WTS zum Start seines Geschäftsjahrs 2026/2027. Der bisherige Deutschlandchef, Fritz Esterer, wird sich nun als Chef der WTS-Holding um den Aufbau neuer Landesgesellschaften sowie um internationale Großkunden kümmern. Schon im vergangenen Jahr hatten Medien über den Wechsel von Viebrock zu WTS berichtet.Björn ViebrockWTSDie Steuerberatung WTS ist ins Blickfeld der Branche geraten, seit sich der Finanzinvestor EQT über einen insgesamt 22 Milliarden Euro umfassenden Fonds an dem Beratungsunternehmen beteiligt hat. Mit dem Personalwechsel will WTS die Führung neu aufstellen und den Wandel sowie die internationale Expansion beschleunigen, die mit dem Einstieg von EQT eingeleitet worden sei. Private-Equity-Beteiligungen sind unter Steuerberatern umstritten, weil der Berufsstand seine Unabhängigkeit wahren will und sich als Teil der Rechtspflege sieht. Kürzlich wurde das Steuerberatungsgesetz mit Blick auf solche Beteiligungen verschärft.Fritz EstererWTSWTS investiert in neue Technologien, Plattformen und Künstliche Intelligenz, um den Kunden schnellere, transparentere und stärker automatisierte Prozesse zu ermöglichen. Der neue Deutschlandchef Viebrock arbeitete vorher für PWC, die in Deutschland größte Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft. Er war Mitglied der PWC-Geschäftsführung und verantwortete das Geschäftsfeld Steuern und Recht mit 2500 Mitarbeitern und 680 Millionen Euro Jahresumsatz.Viebrock erhält bei WTS einen zusätzlichen Posten als COO, also als operativ zuständiger Geschäftsführer, der von Esterer geleiteten WTS-Holding. Unter deren Dach sind die Landesgesellschaften von WTS gebündelt.Marc BillebPWCAuch für Viebrocks alten Arbeitgeber gibt es einen Personalwechsel an der Spitze. Bei PWC hat der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Marc Billeb zum 1. Juli das Amt des Sprechers der Geschäftsführung in Deutschland übernommen. Die rund 700 Partnerinnen und Partner von PWC Deutschland hatten Billeb schon im Dezember zum neuen Sprecher gewählt. Er folgt auf Petra Justenhoven, die nicht mehr erneut für das Amt kandidiert hatte und PWC am 30. Juni verlassen hat.Petra JustenhovenPWCJustenhoven forcierte während ihrer Amtszeit die technologische Transformation und förderte die Chancengleichheit von PWC-Mitarbeitern. Billeb setzt laut einer PWC-Pressemitteilung strategisch auf konsequente Marktorientierung und tiefe Industrieexpertise. Technologisch beschleunigt er die firmenweite Strategie für Tech, Daten und KI und investiert in Technologie ebenso wie in die KI-Fähigkeiten der Mitarbeiter auf allen Ebenen.Der 54-Jährige arbeitet seit 1998 bei PWC und wurde im Jahr 2008 Partner. Er war in verschiedenen Führungspositionen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung tätig. Seit 2023 leitete er den Bereich für Risikomanagement und Regulierung. Billeb übernimmt von Justenhoven auch die Aufgabe als Senior Partner von PWC Europe, in der sich die Landesgesellschaften aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Österreich und der Türkei zusammengeschlossen haben, um Kunden über Ländergrenzen hinweg aus einer Hand zu betreuen.