ARD, ZDF und Co. nehmen 2025 weniger ein. Mit 8,72 Milliarden Euro erzielen sie aber immer noch SpitzenwerteDer deutsche öffentlichrechtliche Rundfunk ist rechtlich gut abgesichert. Er steht aber im Gegenwind wie noch nie.01.07.2026, 11.55 Uhr3 LeseminutenARD und ZDF auf der Leipziger Buchmesse 2024.ImagoDer öffentlichrechtliche Rundfunk in Deutschland hat im vergangenen Jahr durch Gebühren etwas weniger Einnahmen erzielt als im Vorjahr. Das teilten der am Dienstag der die Einrichtung mit, die die Pflichtgebühren eintreibt. Demnach spülte der sogenannte Rundfunkbeitrag 2025 nur 8,72 Milliarden Euro in die Kassen von ARD, ZDF, Deutschlandradio und Landesmdienanstalten. 2024 waren es noch 8,74 Milliarden Euro. Am meisten Beitragsgelder entfielen mit etwa 2,2 Milliarden Euro auf das in Mainz ansässige ZDF, am wenigsten mit rund 47 Millionen Euro auf Radio Bremen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Hintergrund der erwarteten Mindereinnahmen von 20 Millionen Euro sind unter anderem der leicht gesunkene Bestand beitragspflichtiger Wohnungen. Pro meldepflichtigem Haushalt sind 18,36 Euro monatlich zu entrichten. Um die Pflichtgebühren einzutreiben, wurde in Einzelfällen auch schon Haft angeordnet.Insgesamt ist die Finanzierung des öffentlichrechtlichen Rundfunks in Deutschland rechtlich gut abgesichert und beschert diesem im weltweiten Vergleichen Spitzeneinnahmen. Die mit Fachleuten unabhängig besetzte Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) gibt regelmässig entsprechende Empfehlungen ab. Hinzu kommen die Einnahmen aus Werbung und Sponsoring. In Summer sicherte dies dem deutschen öffentlichrechtlichen Rundfunk 2024 den 1. Platz bei den Einnahmen weltweit.Skandale in Berlin und KölnAllerdings hat der Gegenwind in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, was die Pflichtfinanzierung anlangt.Nach einer Reihe von Verschwendungsskandalen vor allem beim Rundfunk Brandenburg Berlin, aber auch ausufernden Baukosten beim Westdeutschen Rundfunk, nahm der Druck auf die Senderverantwortlichen zu, mit den Pflichtgebühren besonders sorgfältig umzugehen. Auch rückten die Doppelstrukturen im Kosmos des öffentlichrechtlichen Rundfunks stärker ins Visier.In einem präzedenzlosen Schritt verweigerten die Chefs aller 16 deutschen Bundesländer, in deren Kompetenz die öffentlichen Sender fallen, deshalb Anfang 2024 das von der KEF eigentlich empfohlene Ansteigen des Pflichtbeitrags auf 18,94 Euro pro Monat zum Jahresbeginn 2025. Sie hielten eine Mehrbelastung der Bürger angesichts unausgeschöpfter Einspartpotenziale der Sender nicht für vertretbar.Die Sender legten dagegen Beschwerde beim Verfassungsgericht in Karlsruhe ein. Die Klage der Sender hat auch bei den Ministerpräsidenten Verärgerung ausgelöst, die eine Erhöhung eigentlich befürworten.Zum Vergleich: 2021 stand das CDU-geführte Sachsen-Anhalt noch allein, als es seine Zustimmung zu steigenden Gebühren verweigerte. Das zeigt, wie gross der Unmut über den öffentlichrechtlichen Rundfunk und sein Finanzgebaren auch bei Landeschefs mittlerweile ist, die das System erhalten wollen.Die AfD sagt dem ÖRR den Kampf anMit einer denkbaren Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt im September gerät das öffentlichrechtliche System freilich grundsätzlich ins Visier. Neben den finanziellen Belastungen der Bürger stört sich die Partei vor allem an der aus ihrer Sicht mangelnden Ausgewogenheit der Berichterstattung im öffentlichrechtlichen Rundfunk. Zu dieser sind die Sender eigentlich verpflichtet. Eine objektive Erhebung findet allerdings nicht statt.Die Partei hat angekündigt, für das Land dann den Medienstaatsvertrag und andere Verträge zu kündigen. Das ist rechtlich möglich und würde vor allem den für mehrere Länder zuständigen Mitteldeutschen Rundfunk betreffen. Das System des öffentlichrechtlichen Rundfunks zum Einsturz brächte dieser Schritt aber nicht, zumal Fristen zu beachten wären. Er wäre aber herausgefordert wie nie und würde sich mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen.Passend zum Artikel
ARD, ZDF und Co. nehmen 2025 8,72 Milliarden Euro über Pflichtgebühren ein
Der deutsche öffentlichrechtliche Rundfunk ist rechtlich gut abgesichert. Er steht aber im Gegenwind wie noch nie.










