Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 58 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt und damit so viel wie noch nie in einem ersten Halbjahr. Das geht aus Hochrechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor.Die Quote liegt fast drei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Im gesamten Jahr 2025 hatte der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch 55,8 Prozent betragen.Insgesamt erzeugten Erneuerbare-Energien-Anlagen von Januar bis Juni 152,2 Milliarden Kilowattstunden Strom. Insgesamt lag die Bruttostromerzeugung demnach im ersten Halbjahr bei 263,5 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) bei einem Bruttostromverbrauch von 262,4 Mrd. kWh.Die Energiekrisen der vergangenen Monate und Jahre wurden durch die fossilen Energieträger ausgelöst, nicht durch die Erneuerbaren.Frithjof Staiß, Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW)„Der Anstieg gegenüber dem windschwachen Vorjahreshalbjahr ist insbesondere auf die höhere Stromerzeugung aus Windenergie an Land (+7,0 Prozent) und auf See (+28,3 Prozent) zurückzuführen“, hieß es. Die Stromerzeugung aus Sonnenlicht stieg um 3,7 Prozent. Weil es weniger regnete, wurde weniger Strom aus Wasserkraft erzeugt. Hier gab es einen Rückgang um 7,7 Prozent. Die Erzeugung aus Biomasse legte um 0,6 Prozent zu. Forscher verweisen auf Klimaschutz ZSW-Chef Frithjof Staiß betonte die Bedeutung erneuerbarer Energieerzeugung für die Energiepreise. „Je höher der Anteil der erneuerbaren Energien steigt, desto unabhängiger werden wir von Importen fossiler Energieträger“, sagte er laut einer Mitteilung. Desto widerstandsfähiger werde auch die Volkswirtschaft gegenüber Energiepreisschocks. „Die Energiekrisen der vergangenen Monate und Jahre wurden durch die fossilen Energieträger ausgelöst, nicht durch die Erneuerbaren.“Der Ausbau der Erneuerbaren sei auch das „schärfste Schwert“ im Kampf gegen den Klimawandel. Damit Elektrifizierung ihr volles Klimaschutzpotenzial entfalten könne, müsse der Strom aus erneuerbaren Energien stammen. Die Hitzewelle der vergangenen Tage habe sehr deutlich gezeigt, wie dringend Erfolge beim Klimaschutz erzielt werden müssten.Die Verbände forderten von der Bundesregierung mehr Tempo bei anstehenden Gesetzesvorhaben. „Investitionen fließen nur dort, wo verlässliche Regeln gelten“, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae mit Verweis auf Novellen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und zum Wind-auf-See-Gesetz. „Das erste halbe Jahr ist um und es liegen noch nicht einmal Gesetzentwürfe vor.“ Federführend für die Vorhaben ist Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). (dpa, Reuters)
Rekord bei erneuerbaren Energien: Wind, Sonne und Wasser liefern 58 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland
In der Bundesrepublik kommt immer mehr klimaneutral erzeugter Strom zum Einsatz. Experten kritisieren dennoch die Bundesregierung und fordern mehr Tempo bei neuen Gesetzen.










