Mit Fahrten zum Discount-Preis ist es nun vorbei: Von 1. Juli an gelten in München für Fahrdienst-Vermittler wie Uber, Bolt oder Freenow neue Mindestpreise. Damit will die Stadt vor allem einen faireren Wettbewerb und bessere Arbeitsbedingungen für das Fahrpersonal schaffen. Denn die traditionelle Taxibranche muss einheitliche Preise verlangen, die vom Stadtrat festgelegt werden. Die Fahrdienste dagegen konnten bislang mit Angeboten punkten, die teilweise deutlich unter dem regulären Taxipreis lagen.Ein Blick in die Bolt-App am frühen Nachmittag des 30. Juni etwa zeigte Fahrten vom Flughafen zum Münchner Hauptbahnhof schon ab 69,90 Euro an, während der Festpreis für ein Taxi bei 106 Euro lag. Ein Uber gab es schon ab 61,96 Euro, einen von Freenow vermittelten Wagen für 67,70 Euro.So günstig wird es wohl vom 1. Juli an nicht mehr werden. Rabatte sind nun verboten, wollen die Mietwagenunternehmen aber mehr Geld als den Mindestpreis verlangen, dürfen sie das weiterhin. Wie viel eine Fahrt vom Airport zum Hauptbahnhof künftig kostet, ist nicht konkret zu beziffern, denn die Preise bleiben nach wie vor variabel. Schon vor der Umstellung lagen die Tarife bei hoher Nachfrage teilweise deutlich über 100 Euro.Geht man vom künftig geltenden Mindesttarif aus, so werden rund 95 Euro fällig. Der Stadtrat hat für die Fahrdienste, die eigentlich Mietwagen mit Chauffeur sind, folgenden Tarif festgelegt: Der Grundpreis liegt bei 5,13 Euro, jeder gefahrene Kilometer kostet mindestens 2,43 Euro, ab dem achten Kilometer dann 2,25 Euro. Die neuen Regeln gelten ausdrücklich nur für Fahrten, die im Münchner Stadtgebiet beginnen oder enden.Taxifahren wird im Gegenzug etwas günstiger. Der Kilometerpreis sinkt von 2,70 Euro ab dem achten Kilometer auf 2,50 Euro. Der Pauschalpreis für Fahrten vom Flughafen zum Hauptbahnhof sinkt von 106 auf 96 Euro, die Fahrt vom Airport zur Messe kostet künftig 90 statt 94 Euro. Der Grundpreis von 5,90 Euro bleibt gleich.In Köln gilt schon seit 1. Juni ein Mindesttarif, mit etwas anderen Regeln als in München. Hier liegt der Preis grundsätzlich bei mindestens 80 Prozent des regulären Taxitarifs, der Kilometer kostet 2,90 Euro, die Grundgebühr 4,90 Euro.Wie sich die Mindestpreise am Rhein die auf die Nachfrage ausgewirkt haben, dazu gab es bisher weder von Uber noch Bolt konkrete Zahlen. Beide hatten vorab vor einbrechender Nachfrage gewarnt, mit der Begründung, dass sich viele Menschen künftig keine Fahrten mehr leisten könnten. Der Fahrtenvermittler Freenow dagegen, der künftig nur noch Taxis vermitteln will, aber keine Mietwagen mehr, spricht von einer positiven Entwicklung.Laut einer Auswertung von Freenow ist die Gesamtnachfrage in den vergangenen Wochen sogar um rund 40 Prozent gestiegen. Davon habe vor allem die Taxibranche profitiert, die 33 Prozent mehr Fahrten im Vergleich zum Vormonat registriert habe. „Die Sorge, dass Mindestpreise den Markt abwürgen, ist unbegründet“, sagt Alexander Mönch, Präsident von Freenow Deutschland. Die Wege würden effizienter, Fahrer verbrächten deutlich weniger Zeit mit Warten und verdienten in der gleichen Arbeitszeit spürbar mehr. „Diese positiven Effekte für die Menschen hinter dem Lenkrad erwarten wir nun auch für München.“