Feuerwehrleute sind hart im Nehmen. Und trotzdem sind sie von manchen Ereignissen ergriffen. Jörg Nugel erinnert sich gut daran, wie 2008 das Dach der Philharmonie in Berlin brannte. Funkenflug bei Bauarbeiten hatte die Dachkonstruktion in Brand gesetzt. Er und seine Leute retteten die Musikinstrumente aus dem Gebäude. Einigen der Musiker kamen vor Freude die Tränen, und Jörg Nugel begriff, welche Beziehung die Musiker manchmal zu ihren Instrumenten haben. „Das war für mich schon ergreifend“, sagt er. Der Brand verlief relativ glimpflich, die Stahlbetondecke hatte den Musiksaal geschützt.Vor Jörg Nugel liegt ein dickes Fotoalbum. Die Farbabzüge zeigen ihn mit Helm und Einsatzanzug. Inzwischen sitzt er nicht mehr auf einem Löschfahrzeug, sondern in seinem Büro in der Feuerwache Weißensee. Der Brandoberamtsrat mit Amtszulage – so lautet sein Enddienstgrad – geht in Pension. Er ist gerade 61 Jahre alt geworden, und heute ist sein letzter Arbeitstag. Nachher wird er seine Uniform in einen Karton legen und nach Charlottenburg in die Kleiderkammer schicken.
Die Geschichte seines Berufslebens erzählt auch viel über die Geschichte der deutschen Hauptstadt in Ost und West: dramatische Flugzeugabstürze, Brände in U-Bahnen, aufsehenerregende Banküberfälle oder Verkehrsunfälle von Kindern, die auch die Helfer traumatisiert zurücklassen. Es geht um Leben und Tod, um Retter am Limit und kleine Wunder.







