Zwei blaue Kräne drehen sich über der Baustelle am Rande des Frankfurter Rebstockparks, ein Bagger schiebt Erde hin und her. Mit der Erschließung für den Neubau des Gymnasiums Römerhof wurde schon vor einigen Monaten begonnen, jetzt geht es auch mit dem Hochbau voran. Um den Baubeginn zu feiern, ist am Dienstag eine Metallkapsel symbolisch in der Erde vergraben worden, die später in den Grundstein eingemauert wird.Umrahmt von Architekten und Planern werfen Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) und Schulleiterin Judith Prager mit dem Spaten etwas Erde auf die Kapsel. Sie enthält unter anderem ein Foto des Kollegiums, eine F.A.Z. vom Tage und Baupläne der Schule. Das Metallrohr wird an einer Stelle im Boden versenkt, die den Übergang zwischen Alt und Neu markiert: Sie liegt zwischen der provisorischen Containeranlage des Gymnasiums und dem Bauplatz des Neubaus. Aus ihren Klassenzimmern werden die Schüler also den Baufortschritt beobachten können.Denn das Gymnasium Römerhof ist längst an Ort und Stelle. Schon 2018 wurde die Schule in einer Containeranlage gegründet. Damals hieß es noch, dass der Neubau, der nördlich des Provisoriums auf einem ehemaligen Tennisplatz entsteht, sechs Jahre später fertig sein soll. Doch es kamen nur immer weitere Container hinzu, um die wachsende Schülerzahl aufzunehmen. Inzwischen sind acht Jahre vergangen, und bis die neue Schule steht, werden weitere zwei verstreichen.Auf der Baustelle des Gymnasiums Römerhof: Spatenstich und Grundsteinlegung in einemEmil EichingerZum Beginn des Schuljahres 2028/2029 soll der erste Bauabschnitt fertig sein, inklusive der Sporthalle. Dann ziehen die ersten Jahrgänge um, denn die bestehende Containeranlage füllt den Bauplatz teilweise aus. Sobald der erste Abschnitt des Neubaus fertig ist, werden die Container nach und nach abgebaut, um Platz zu machen für den zweiten Bauabschnitt. Zum Schuljahr 2029/2030 soll dann der komplette Neubau fertig sein.Schulleiterin Prager kann diesen Moment kaum erwarten. „Wir haben acht Jahre auf diesen Tag gewartet“, sagt sie. In den Containern sei es zu eng für eine Schule, die großen Wert lege auf Kunst, Musik und Theater. „Wir als Kulturschule vermissen eine Aula.“ Und auch eine Turnhalle fehlt bisher. Ein Baubeginn vor einigen Jahren wäre Prager deshalb lieber gewesen. „Aber jetzt richten wir den Blick nach vorne.“Bildungsdezernentin Weber ist zuversichtlich, dass der Neubau, der in Holzhybridbauweise entsteht, den Erwartungen der Schule entspricht. „Das Ergebnis wird uns entschädigen für die lange Wartezeit“, sagt sie. Weil die Baukosten auf inzwischen 104 Millionen Euro gestiegen sind, mussten die Planungen noch einmal überarbeitet werden. Doch das „innovative Projekt“ werde diese „Extrarunden“ vergessen lassen, hofft Weber.Der Neubau ist für 1620 Schüler ausgelegt und orientiert sich am Adorno-Gymnasium, das in ähnlicher Bauweise entstanden ist. Das Gebäude wird drei Stockwerke haben, die zwei offene Höfe bilden, einen „grünen Hof“ und einen „Kulturhof“. Die Höfe werden teilweise überdacht und sollen im Sommer vor Hitze schützen. Eine begrünte Fassade, Sonnenschutz und dreifach verglaste Fenster sollen ebenfalls diesen Zweck erfüllen. „Eine echte Architektur wird Sie nach vorne bringen“, verspricht Markus Pfister vom Architekturbüro gmp.