PfadnavigationHomeRegionalesHamburgBildungsbauHamburg setzt auf schnelle Projekte – 500 Millionen Euro fließen bis 2029Stand: 18:48 UhrLesedauer: 3 MinutenDas Hamburger Klassenhaus ist inzwischen rund 40 Mal gebaut wordenQuelle: picture alliance/dpa/Christian CharisiusFast 500 Millionen Euro fließen in Hamburg aus dem Sondervermögen in Schul- und Bildungsbauten. Der Senat setzt auf schnelle Projekte, modulare Typenhäuser und Azubi-Wohnheime. Für Finanzsenator Dressel muss es vor allem schnell gehen.Eine Woche nach den Haushaltsbeschlüssen hat der Hamburger Senat konkretisiert, wie er seinen Anteil aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes einsetzen will. Knapp 500 Millionen Euro sollen in den Bildungsbau fließen, wie die Landesregierung in ihrer Dienstagssitzung beschloss. Der Schwerpunkt liegt auf Projekten, die bereits geplant sind und kurzfristig begonnen werden können.Hintergrund ist der Zeitdruck aus dem Bundesprogramm. Ein erheblicher Teil der Mittel soll bis Ende 2029 gebunden sein. Der Senat verzichtet deshalb darauf, neue Vorhaben zu entwickeln. „Der Maßstab für uns ist: Waren sie etatisiert oder waren sie es nicht“, sagte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) bei der Vorstellung der Pläne. Neue Projekte anzustoßen würde aus seiner Sicht bedeuten, erst in den 2030er Jahren bauen zu können.Lesen Sie auchDas Paket umfasst 496,4 Millionen Euro, davon rund 90 Millionen bereits im Jahr 2026. Mit gut 380 Millionen Euro entfällt der größte Anteil auf den Schulbau. In diesem Bereich liegen Planungen vor, Genehmigungen sind teilweise vorbereitet.Die Entscheidung folgt primär operativen Erwägungen: Projekte mit fortgeschrittenem Planungsstand lassen sich schneller umsetzen. Gleichzeitig verbindet der Senat damit einen konjunkturellen Effekt. „Das ist ein richtiger Konjunkturmotor“, sagt Dressel und verweist darauf, dass mit 77 Prozent ein Großteil der Aufträge im Schulbau an Unternehmen aus Hamburg und der Metropolregion geht. Neben klassischen Schulprojekten umfasst das Paket mehrere Modellvorhaben. Dazu gehört der Neubau der Norddeutschen Akademie für Finanzen und Steuerrecht (Noa). Das Gebäude soll zugleich als Beispiel für standardisierten Hochschulbau dienen.Geplant ist eine modulare Bauweise mit vorgefertigten Elementen. Solche Konzepte werden im Schulbau bereits eingesetzt. Dort liegen die Bauzeiten deutlich unter denen klassischer Projekte. „Neun bis zwölf Monate ist die Realisierungszeit im Klassenhaus“, sagt Mandy Herrmann, Sprecherin der Geschäftsführung von Schulbau Hamburg und GMH Gebäudemanagement Hamburg. Bei konventionellen Bauweisen seien es „mindestens 15 bis 20 Monate“.Lesen Sie auchDiese Erfahrung aus dem Bau der Noa will der Senat später auf den Hochschulbau übertragen. Hamburgs Hochschulen wachsen und haben zugleich einen zum Teil veralteten, aber nicht schützenswerten Gebäudebestand. Dort könnten standardisierte Bauten helfen, kostengünstig und schnell zu neuen Gebäuden zu kommen. „Wir werden diese Flächen nicht realisieren, wenn wir alles über Architekturwettbewerbe machen“, sagte Dressel. Ein Teil der Projekte müsse deshalb standardisiert gebaut werden. Ein zweiter Schwerpunkt betrifft Wohnraum für Auszubildende. Drei Pilotprojekte sind vorgesehen, darunter ein Gebäude, das Bildungsnutzung und Wohnen kombiniert. In der Fabriciusstraße soll ein sogenanntes „Bildungshaus+“ entstehen, mit einer Kita im Erdgeschoss und Wohnplätzen in den oberen Etagen.Weitere Vorhaben setzen auf Kooperation. Öffentliche Unternehmen bündeln ihren Bedarf an Unterkünften für Auszubildende. „Keiner würde für sich sagen: Ich baue jetzt mal ein Azubi-Wohnheim“, sagte Dressel. Gemeinsame Projekte sollen diese Lücke schließen – und Anstoß für private Unternehmen sein, ebenfalls mehr Wohnraum für Azubis zu schaffen.Lesen Sie auchDie Handwerkskammer unterstützt die Priorisierung, mahnt aber bei der Vergabe zur Vorsicht. „Schnelligkeit darf nicht dazu führen, dass vor allem Generalunternehmer zum Zuge kommen“, sagte Kammerpräsident Hjalmar Stemmann. Mittelständische Betriebe müssten weiterhin Zugang zu den Aufträgen behalten.Insgesamt stehen Hamburg aus dem Bundesprogramm rund 2,66 Milliarden Euro zur Verfügung. Das jetzt vorgestellte Paket ist der erste größere Baustein. juve