Für Ximena Ramos Salas war Schweden immer das Land, das sie 1986 mit offenen Armen empfangen hat, damals, als ihre Eltern mit ihr und ihrer Schwester aus dem Chile des Diktators Augusto Pinochet flohen und in dem beschaulichen Dörfchen Tollarp landeten. Für ihren Sohn Andres ist Schweden dagegen das Land, das ihn nie haben wollte. Sie fühlte sich damals von Anfang an willkommen, „schon wenige Tage nach unserer Ankunft klingelten die Nachbarskinder, wir gehörten sofort dazu“. Andres bekam kurz nach seinem 18. Geburtstag die Mitteilung, dass er Schweden verlassen muss, ein einseitiges Formschreiben, „ungefähr so persönlich wie der Abrissbescheid für ein Industriegebäude“, so Andres.