PfadnavigationHomeRegionalesBerlin & BrandenburgTermin gegen Geld? Behördenmitarbeiterin angeklagtVeröffentlicht am 30.06.2026Lesedauer: 2 MinutenDie Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen eine frühere Mitarbeiterin des Landesamtes für Einwanderung wegen Korruptionsverdachts erhoben. (Symbolbild) Quelle: Soeren Stache/dpaHat sich eine Ex-Mitarbeiterin des Landesamts für Einwanderung für einen Termin bezahlen lassen? Die Generalstaatsanwaltschaft geht davon aus und strebt einen Prozess an.Termine und Informationen gegen Geld: Eine frühere Mitarbeiterin des Landesamts für Einwanderung in Berlin steht unter Korruptionsverdacht. Die Generalstaatsanwaltschaft hat eine inzwischen 27-Jährige wegen Bestechlichkeit in 30 Fällen angeklagt.Fünf damaligen Kolleginnen und Kollegen im Alter von 27 bis 38 Jahren wirft die Anklage Beihilfe in diversen Fällen vor, wie ein Staatsanwaltschaftssprecher mitteilte. Insgesamt sollen sie so rund 2.260 Euro kassiert und unter sich aufgeteilt haben.Nach den Ermittlungen soll die mutmaßliche Haupttäterin in Absprache mit den mutmaßlichen Komplizen Termine für Kunden vergeben oder Daten aus dem Melderegister abgefragt und dafür Geldbeträge zwischen 5 und 170 Euro kassiert haben. Ab Januar 2024 soll die Angestellte, die von April 2022 bis Juli 2024 in der Behörde beschäftigt war, in Absprache mit zwei Kollegen auch Social-Media-Kanäle genutzt haben, um Termine für Kunden zu buchen.Durchsuchung auch in der BehördeLaut Generalstaatsanwaltschaft haben sich die Beschuldigten bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das Amtsgericht Tiergarten muss nun entscheiden, ob es die Anklage zulässt und wann es zum Prozess kommt. Bis zur rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.Laut Ermittlern war eine Anzeige des Landesamts im März 2024 Ausgangspunkt für die Ermittlungen. Vor rund einem Jahr gab es Durchsuchungen unter anderem im Büro und in der Wohnung der Hauptverdächtigen. Vom Landesamt hieß es damals, die Behörde habe nach einer Auffälligkeit bei einer Terminvereinbarung Strafanzeige gestellt.Wie ein Sprecher des Landesamtes für Einwanderung mitteilte, war der Mitarbeiterin unmittelbar nach den Durchsuchungsmaßnahmen im August 2024 gekündigt worden. Vorher sei in Absprache mit den Strafverfolgungsbehörden auf arbeitsrechtliche Schritte verzichtet worden, um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden. Ein arbeitsgerichtliches Verfahren sei zweitinstanzlich noch immer anhängig. Die Mitarbeiterin ist den Angaben zufolge freigestellt.Bei den weiteren Beschuldigten handelt es sich laut Amt um keine Mitarbeitenden des Landesamtes für Einwanderung. Der Fall wurde demnach durch einen Mitarbeitenden des Landesamtes aufgedeckt.dpa-infocom GmbH
Termin gegen Geld? Behördenmitarbeiterin angeklagt - WELT
Hat sich eine Ex-Mitarbeiterin des Landesamts für Einwanderung für einen Termin bezahlen lassen? Die Generalstaatsanwaltschaft geht davon aus und strebt einen Prozess an.






