PfadnavigationHomePolitikDeutschlandNach Urteil aus KarlsruheBeamte in Brandenburg bekommen mehr Geld, müssen aber mehr arbeitenStand: 11:16 UhrLesedauer: 2 MinutenPolizisten in BrandenburgQuelle: Paul Zinken/dpaEin Urteil aus Karlsruhe zwingt das Land Brandenburg zum Handeln: Die Beamtenbesoldung soll noch in diesem Jahr steigen. Zugleich ist nach einer Einigung mit den Gewerkschaften eine längere Wochenarbeitszeit geplant.Beamte in Brandenburg sollen als Konsequenz aus einem Karlsruher Verfassungsgerichtsurteil mehr Geld bekommen und eine Stunde mehr pro Woche arbeiten. Das sieht nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa eine Einigung zwischen dem Finanzministerium und den Gewerkschaften vor. Zuerst hatte der „Tagesspiegel“ berichtet. Die Details sollen noch vorgestellt werden.Finanzminister Daniel Keller (SPD) vereinbarte demnach mit den Gewerkschaften, dass die Gehälter noch in diesem Jahr steigen sollen. Dies führt zu neuen Belastungen, die nach bisheriger Berechnung zwischen 300 und 600 Millionen Euro liegen sollen. Die Haushaltslage ist in Brandenburg ohnehin angespannt.Lesen Sie auchDie Wochenarbeitszeit soll von 40 auf 41 Stunden steigen. Darüber war bereits diskutiert worden. Aus Gewerkschaftskreisen hieß es, dass Lehrer nicht noch eine Stunde pro Woche zusätzlich arbeiten sollen: Die meisten Lehrer unterrichten bereits seit dem zweiten Schulhalbjahr aus Spargründen eine Stunde pro Woche mehr.Das Bundesverfassungsgericht entschied im vergangenen Jahr, dass die Beamtenbesoldung in Berlin von 2008 bis 2020 mit wenigen Ausnahmen verfassungswidrig war. Das Land bezahlte seine Beamten in diesem Zeitraum nach Auffassung des Gerichts teils jahrelang zu schlecht. Rund 95 Prozent der Besoldungsregelungen in der Besoldungsordnung A, zu der etwa Polizisten und Feuerwehrleute zählen, waren demnach verfassungswidrig.Das Urteil hat weitreichende Auswirkungen weit über Berlin hinaus. Da die Vorgaben aus Karlsruhe eine neue Messlatte für die amtsangemessene Alimentation definieren, prüfen auch andere Bundesländer und der Bund ihre eigenen Besoldungsstrukturen.dpa/coh