Bis zur Nacht von Montag auf Dienstag gab es diese Gewissheit, dass ein Elfmeterschießen bei einer Weltmeisterschaft für Deutschland keine Lotterie ist, sondern fast schon ein Naturgesetz. Wenn ein K.o.-Spiel nach 120 Minuten keinen Sieger gefunden hatte, gewann am Ende die deutsche Nationalmannschaft. Viermal musste Deutschland bei Weltmeisterschaften ins Elfmeterschießen – viermal setzte sich die DFB-Auswahl durch und hatte bei den Gegnern für Schrecken gesorgt. Dieser Mythos gehörte zu den letzten verbliebenen Gewissheiten des deutschen Fußballs. Nach dem Aus gegen Paraguay ist auch der Nimbus der unbesiegbaren Deutschen im Elfmeterschießen Geschichte.
Deutschland war nur kurz auf dem richtigen Weg
Es ist das bittere Ende eines Turniers, das so vielversprechend begonnen hatte. Nach dem 7:1 gegen Curaçao und dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste schien Deutschland auf einem guten Weg zu sein. Die Mannschaft wirkte gefestigt, resilient und nach den Enttäuschungen von Russland und Katar endlich wieder bereit für eine lange WM-Reise.Doch schon die 1:2-Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador hatte erste Zweifel geweckt. Und nach dem 0:1-Rückstand gegen Paraguay zur Pause fühlte sich diese Weltmeisterschaft plötzlich wieder erschreckend vertraut und nicht besser als die beiden vorangegangenen Turniere in Russland und Katar an. Uninspirierte Angriffe, wenig Tempo, kaum überraschende Momente und das Gefühl, dass eine Mannschaft zwar den Ball besitzt, aber nicht weiß, was sie damit anfangen soll.










