PfadnavigationHomeRegionalesNordrhein-WestfalenZehntausende Euro für Fotos von Ministerinnen und MinisternStand: 05:01 UhrLesedauer: 3 MinutenDas Kabinett von Hendrik Wüst (CDU) gibt viel Geld für Fotografen ausQuelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpaVon null bis 63.000 Euro: Die Ausgaben für Fotos und Videos für Ministerinnen und Minister in NRW schwanken enorm. Wer ist PR-Spitzenreiter?Nicht nur der von der Opposition als «Insta-Präsident» verspottete Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) gibt Geld für Fotos und Videos seiner Arbeit aus. Auch die Ministerien buchen oft externe Dienstleister. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa in allen Ressorts ergab, gibt es aber große Unterschiede bei den Ausgaben.Zur Einordnung: Für Fotos und Videos von Wüst gab die Staatskanzlei 2025 nach eigenen Angaben 79.778,97 Euro aus - das waren etwa 6.000 Euro weniger als im Jahr zuvor. So hohe Kosten hat tatsächlich kein Ministerium. An der Spitze der Ressorts liegt aber mit Abstand Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU).Laut einem Sprecher beliefen sich bei Brandes die Kosten im vergangenen Jahr auf 63.882,02 Euro. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 32.742,85 Euro, wurden für Video-Grußworte aufgewendet. Wie aus einer Aufstellung des Brandes-Ministeriums auf eine Anfrage der AfD im Landtag zu lesen ist, kostete jedes einzelne Videogrußwort 1.386,35 Euro. 2024 gab das Haus von Brandes mit 40.001,33 Euro noch deutlich weniger für Fotos und Videos aus, auch dabei ging mehr als die Hälfte (28.078,05 Euro) für Video-Grußworte weg, die laut dem Sprecher «auf expliziten Wunsch der einladenden Einrichtungen/Institutionen erstellt wurden». Das Wirtschaftsministerium von Mona Neubaur (Grüne) gab 2025 nach interner Sichtung 16.968,15 Euro für Fotos und Videos mit der Ministerin aus, 2024 war es mit 23.211,27 Euro noch mehr gewesen. Karl-Josef Laumanns (CDU) Gesundheitsministerium wies Fotos und Videos separat aus. Demnach kosteten 2025 Fotos genau 5.815,49 Euro und Videos 6.441,85 Euro. 2024 lagen die Ausgaben mit 9.000,23 Euro (Fotos) und 14.566,65 Euro (Videos) deutlich höher. Das Bauministerium zahlte 2025 exakt 17.448,74 Euro für Foto- und Videodienstleistungen für Ministerin Ina Scharrenbach (CDU), 2024 waren es 19.491,10 Euro gewesen. Im Landwirtschaftsministerium gab man 2025 genau 7.233,21 Euro für Fotos und Videos mit Silke Gorißen (CDU) aus, 2024 waren es 14.143,20 Euro.Das Flüchtlingsministerium zahlte für Fotos und Videos der im Januar zurückgetretenen Ministerin Josefine Paul (Grüne) im vergangenen Jahr 12.724,38 Euro und im Jahr davor 7.237,22 Euro.Für Europaminister Nathanael Liminski (CDU) fielen 2025 für Foto- und Videodienstleistungen 7.515,79 Euro an. 2024 waren es 9.854,42 Euro.Im Schulministerium wurden für Foto- und Videodienstleistungen rund um Dorothee Feller 2025 genau 4.216,59 Euro und 2024 mit 7.769,90 Euro noch mehr Geld ausgegeben.Bei Innenminister Herbert Reul (CDU) schlugen 2025 7.226,30 Euro zu Buche, 2024 waren es 6.764,77 Euro.Aus dem Justizministerium von Benjamin Limbach hieß es: «Kosten für Foto/Videodienstleistungen für den Minister sind weder 2024 noch 2025 entstanden.»Auch in Marcus Optendrenks (CDU) Finanzministerium sind laut einem Sprecher keine entsprechenden Kosten entstanden.Ebenso blieb dieser Posten im Umweltministerium von Oliver Krischer (Grüne) ohne Ausgaben.Rik Steinheuer, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler in NRW, sagte der dpa: «Auch wenn heutzutage Bilder und Videos allgegenwärtig sind, sollte sich jedes Ministerium zweimal überlegen, zu welchen Gelegenheiten es professionelle Foto- und Videografen beauftragt. An den vorliegenden Zahlen sieht man, dass manche Ministerien in dem Bereich ohne hohe Kosten auskommen und einige ihre Kosten gesenkt haben. Die Spitzenreiter bei den Ausgaben für Fotos und Videos sollten sich diese Ministerien zum Vorbild nehmen.»dpa-infocom GmbH