Im Westen Berlins entsteht ein neues Stadtviertel mit rund 3750 Wohnungen, einem Innovationscampus und einer Schule. Am Montag wurde im Bezirk Spandau das Richtfest für das Quartier Siemensstadt Square gefeiert. Kurz zuvor ging es um die Verkehrsverbindung. Während andere S-Bahn-Projekte gemächlich vorangehen, rückt bei der Wiederbelebung der Siemensbahn der Baubeginn immer näher. Ihr fast hundert Jahre altes Viadukt soll in einer besonderen Farbe erstrahlen. Spandauer Blau: So nannte Alexander Kaczmarek die Farbgebung, die nun an zwei Abschnitten der rund 800 Meter langen Stahlkonstruktion testweise verwirklicht wird. „Das wird ein Hingucker für Spandau“, sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn (DB) für Berlin. „Ein Lost Place wird zu einer modernen Verkehrsverbindung“, schwärmte Kaczmarek. Als West-Berliner Reichsbahner 1980 streikten, stellte ihr DDR-Arbeitgeber auch dort den Verkehr ein. Seitdem liegt die Strecke von Jungfernheide nach Gartenfeld brach. Bäume sprießen auf dem Damm, von Bahnsteigdächern sind nur noch Gerippe übrig. Ende 2029 sollen auf der 4,5 Kilometer langen Strecke wieder S-Bahnen fahren.
Großprojekt: Warum die Siemensbahn in den Blick geriet
Die neue S6 soll tagsüber alle zehn Minuten in Gartenfeld starten. Mit Tempo 60 geht es zu den S-Bahnhöfen Siemensstadt und Wernerwerk. Von Jungfernheide bis Westhafen nutzen die Züge die Ringbahn. Auf dem ersten Bauabschnitt der neuen Nord-Süd-S-Bahn geht die Fahrt zum Hauptbahnhof, Gleis 22. „Wir erwarten 40.000 Fahrgäste pro Tag“, sagte Christoph Heuing, Chef des Verkehrsverbunds VBB.








