Im Freilichtmuseum Molfsee in Schleswig-Holstein kam es am Wochenende zu einem Großeinsatz der Feuerwehr. Nachdem am Samstag ein schweres Unwetter über das etwa 40 Hektar große Gelände mit seinen 60 historischen Gebäuden aus dem 16. bis 20. Jahrhundert gefegt war, kam es zu einem Brand.Am Sonntag hieß es auf dem Instagram-Kanal des Freilichtmuseums, dass „während der schweren Gewitter das historische Haus aus Bergenhusen im Freigelände bis auf die Grundmauern niedergebrannt“ sei. Demnach sei die Feuerwehr seit den frühen Morgenstunden mit einem Großaufgebot im Einsatz gewesen.„Unser herzlicher Dank gilt den rund 100 Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren Molfsee, Flintbek, Mielkendorf, Rumohr und Böhnhusen, der Technischen Einsatzleitung des Kreises Rendsburg-Eckernförde sowie dem Löschzug Gefahrgut für ihren schnellen und engagierten Einsatz unter schwierigen Bedingungen“, hieß es weiter. Bis Dienstag bleibe das Museum nahe der Landeshauptstadt Kiel zunächst geschlossen. Das 250 Jahre alte Exponat-Haus brannte bis auf die Grundmauern nieder. © Feuerwehren Amt Eidertal In den sozialen Medien wurden Bilder und Videos veröffentlicht, die zeigen, wie die 250 Jahre alte Reetdachkate lichterloh in Flammen steht. Der zuständige Kurator Nils Kagel sagte dem NDR nach dem Brand: „Es war eines unserer wertvolleren Exponat-Häuser, wir müssen erst einmal sehen, wie wir damit umgehen.“ Der Kreisfeuerwehrverband Rendsburg-Eckernförde bei den Löscharbeiten. © Daniel Passig Kreisfeuerwehrverband RD-ECK Demnach habe das Reetdachhaus seinerzeit in Bergenhusen neben der Kirche gestanden und dort zu einem der größten Höfe in der Landschaft Stapelholm gehört. Kagel sagte dazu: „Das war einer der ganz großen, prächtigen Bauernhöfe. (…) Davon gibt es ganz wenige nur noch. Damit ist ein Zeugnis schleswig-holsteinischer Vergangenheit verloren gegangen.“ Museumdirektorin Kerstin Poehls ergänzte, dass es sich um einen „herben Verlust“ handle.Der Kreisfeuerwehrverband Rendsburg-Eckernförde teilte unterdessen mit, dass das „historische Reetdachhaus im Freilichtmuseum vollständig zerstört“ worden sei. „Durch einen massiven Löschangriff gelang es den rund 100 eingesetzten Feuerwehrkräften, die angrenzenden Gebäude erfolgreich vor den Flammen zu schützen. Das historische Gebäude selbst konnte jedoch nicht mehr gerettet werden.“Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Museumskurator Kagel berichtete außerdem, dass das zerstörte Haus im Gegensatz zu anderen Reetdachhäusern im Freilichtmuseum keinen Blitzableiter gehabt habe. Ob das Haus tatsächlich aufgrund eines Blitzeinschlags niedergebrannt ist, muss allerdings noch untersucht werden. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbands hat die Kriminalpolizei Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.Im Freilichtmuseum Molfsee sind Dutzende historische Häuser aufwendig wiederaufgebaut worden, nachdem sie teils mit großem Restaurierungsbedarf von ihren ursprünglichen Standorten abgebaut und nach Molfsee transportiert wurden.