Nun aber tritt Deutschland an diesem Montagabend um 22:30 Uhr gegen Paraguay an. Der Schlusspfiff für die regulären 90 Minuten dürfte so gegen 0.25 Uhr ertönen, inklusive Verlängerung und Elfmeterschießen würde das Spiel bis nach ein Uhr dauern. Ein mögliches folgendes Achtelfinale am Samstag würde ebenfalls in der Verlängerung die Zeitgrenzen überschreiten.Offenbar sind sich nur wenige Kommunen des Spielplans bewusst, obgleich seit fast zehn Tagen fest steht, dass Deutschland zu dieser Zeit spielen muss. In der Rhein-Main-Region hat Mainz immerhin noch am Sonntagabend reagiert und Gastronomen signalisiert, dass formlos und bürokratiearm per Email-Anfrage eine Ausnahmegenehmigung erteilt erbeten werden kann.In Frankfurt droht Beendigung durch StadtpolizeiIn anderen Kommunen wie Frankfurt bewegen sich Gastronomen hingegen in einer Grauzone, da die Situation offenkundig nicht konkret mitgedacht wurde. Das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt teilte am Montag auf Nachfrage jedenfalls mit, dass auch heute von Mitternacht an die Sperrstunde Gültigkeit hat, wenn nicht eine Ausnahmegenehmigung vorliegt. „Betriebe mit Außengastronomie, die an Wochentagen auch nach Mitternacht eine Verlängerung oder ein Elfmeterschießen live übertragen wollen, müssen eine Einzelerlaubnis, die über 24 Uhr geht, beantragen oder die Gäste nach Abpfiff der Regelspielzeit nach innen bitten“, heißt es in der Mitteilung des Ordnungsamts.Im Fall einer Fortsetzung der Außenübertragung müssten Gastronomen damit rechnen, dass die Übertragung durch die Stadtpolizei beendet und ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werde. Die Behörde deutet aber auch an, dass es eine gewisse Toleranz geben werde. „Selbstverständlich wird die Einhaltung der Regeln aber mit Augenmaß überwacht und regelmäßig nur aufgrund von Lärmbeschwerden aktiv eingeschritten.“In der Allgemeinverfügung vom WM-Beginn ließ der Wortlaut einen gewissen Interpretationsspielraum. Dort war von Spielen mit deutscher Beteiligung vom Sechzehntelfinale an die Rede, „die an einem Samstag stattfinden und bei denen die geplante Anstoßzeit spätestens bei 23:00 Uhr liegt, nicht jedoch vor 06:00 Uhr.“ Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass es ausdrücklich um Samstagsspiele geht, die bis 23 Uhr angepfiffen sein müssen. Das heutige Duell wäre also nicht inbegriffen. In der Vorrunde hatte die Vorgabe noch exakt gepasst zu den Ansetzungen des deutschen Teams, nach dem Schlusspfiff mussten die Zuschauer lediglich auf Interviews und Experteneinschätzungen verzichten aus Rücksicht auf ruhebedürftige Anwohner.Im Zweifelsfall sollte es für Kneipenwirte gut gehen in der Nacht zum Dienstag. Florian Jöckel, Betreiber des Massif Central im Bethmannhof in der Frankfurter Innenstadt, fürchtet jedenfalls keine Klagen von Anwohnern, die sich gestört fühlen. „Ein K.o.-Spiel bei einer WM ist ja auch ein Sonderfall des nationalen Interesses“, sagt er schmunzelnd. „Wir übertragen notfalls bis zum letzten Elfmeter, dann wird direkt ausgeschaltet und die Leute gehen an einem Montagabend sowieso direkt nach Haus. Da wird es keine Probleme geben.“Bei Spielen des deutschen Teams ist die Wahrscheinlichkeit tatsächlich groß, dass auch die Nachbarn das Spiel schauen. Dennoch wäre es vielleicht ganz günstig, wenn die deutsche Elf das Spiel in 90 Minuten für sich entscheiden könnte. Für die Harmonie in der Nachbarschaft könnte das förderlich sein.
Fußball-WM 2026: Public Viewing könnte in Frankfurt wegen Sperrstunde vorzeitig enden
Vor der Fußball-WM wurde die Nachtruhe um eine Stunde verschoben. Dank der Terminierung der deutschen Spiele passte das genau. Spätestens in der Verlängerung des Spiels gegen Paraguay aber müssen Gastronomen auf tolerante Nachbarn hoffen.










