Irgendwie war vergangene Woche beim Prime Day alles wie immer – und das ist ein Problem. Gleich über vier Tage ging in diesem Jahr das Shoppingfestival, das Amazon alleine in den USA über 26,4 Milliarden US-Dollar in die Kassen gespült hat (Zahlen laut Adobe Analytics) – ein Plus von 9,3 Prozent. Doch in Deutschland bleibt die Kauflaune verhalten: Der aktuelle NIM/GfK-Konsumklimaindex für Juli liegt trotz einer leichten Erholung lediglich bei minus 29,2 Punkten, während die Anschaffungsneigung mit minus 13,2 Punkten weiterhin deutlich im negativen Bereich verharrt.Anzeige

So bestätigt auch Robert Schulze, Geschäftsführer der Amazon-Performance-Agentur Amzell aus Berlin, dass die Nachfrage der Kund:innen nach dem Start am Dienstag recht schnell nachließ. Das bedeutet, dass Amazon mit dem Ausweiten auf inzwischen vier Tage nicht signifikant mehr Umsätze, sondern allenfalls eine bessere Verteilung der Angebote erreicht hat.

Der Prime Day ist inzwischen einkalkuliert

Dass die Verbraucher:innen größere Ausgaben weiterhin kritisch abwägen, bestätigen uns Händler:innen, die sich aktuell dem Vernehmen nach deutlich schwerer tun als in der Vergangenheit. Unser Eindruck, der sich mit Zahlen aus den USA und Deutschland deckt: Die Kund:innen kaufen nicht mehr zusätzlich die Sonderangebote des Prime Day, sondern sie verschieben den Konsum auf die paar Shopping-Events des Jahres, ähnlich wie man früher den Sommerschlussverkauf abwartete. Das ist aber gerade im Onlinehandel ein Problem für die Logistik und Infrastruktur und für die Aufmerksamkeit, weil die Kund:innen inzwischen dazugelernt haben.Anzeige