PfadnavigationHomePolitikDeutschlandDeckname „Hubert“Brandenburger AfD-Politiker tritt nach Stasi-Vorwürfen zurückVeröffentlicht am 30.06.2026Lesedauer: 2 MinutenDer AfD-Abgeordnete Jean-René AdamQuelle: Soeren Stache/dpaDer brandenburgische AfD-Politiker Jean-René Adam ist zurückgetreten. Offiziell nennt er Überlastung als Grund. Zuvor waren Vorwürfe über seine Stasi-Vergangenheit laut geworden.Der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Jean-René Adam steht wegen möglicher Stasi-Verstrickungen in der Kritik. Nun ist er als AfD-Kreisvorsitzender in der Prignitz zurückgetreten. Offiziell begründete Adam seine Entscheidung mit der Arbeitsbelastung. Die Aufgaben im Landtag Brandenburg, im Kreistag Prignitz sowie in der Gemeindevertretung Karstädt und weitere Ehrenämter seien „zu hoch“ gewesen, wie der „Tagesspiegel“ berichtet. Zugleich stellte die Kreismitgliederversammlung die Weichen für die Gründung eines AfD-Ortsverbands in Karstädt. Ziel sei es, die anstehende Bürgermeisterwahl „vorzubereiten und erfolgreich zu gestalten“.Auslöser der Debatte um Adam ist ein Bericht einer von der Brandenburger Aufarbeitungsbeauftragten Maria Nooke geleiteten Kommission. Demnach war der AfD-Politiker als 18-Jähriger inoffiziell für die Abteilung 1 der Kriminalpolizei tätig, die eng mit der Staatssicherheit zusammenarbeitete. Den Fall des aus Thüringen stammenden Adam bewertete Nooke als „schwerwiegend“. Lesen Sie auchDem Bericht zufolge soll Adam in Gera über einige Monate hinweg Berichte über nonkonformistische Jugendliche angefertigt haben, wie der „Tagesspiegel“ berichtet. Unter anderem liegen sieben handschriftliche Berichte Adams vor sowie Protokolle von Treffen mit Führungsoffizieren. Adam soll dabei unter dem Decknamen „IM Hubert“ auch Berichte über ausreisewillige DDR-Bürger verfasst haben. In einem Fall habe er festgehalten, die Fluchtabsichten eines jungen Mannes seien „durchaus ernst“ gemeint gewesen. Auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) berichtete über den Fall. Demnach sei Adam als Inoffizieller Mitarbeiter im „Bereich der Rechtsbrecher“ geführt worden und habe unter anderem Berichte über Jugendliche aus seinem Umfeld geliefert. Die Kommission kam zudem zu dem Schluss, Adam habe „von Anfang an Aufträge ausgeführt, die erkennbar einen politischen Auftrag hatten“, und personenbezogene Informationen weitergegeben. Lesen Sie auchDer AfD-Politiker Adam weist die Vorwürfe zurück. „Ich kann mich da an ein oder zwei Sachen erinnern. Mehr war da nicht“, wird er vom rbb zitiert. Die Tätigkeit habe sich überwiegend auf „kriminelle Geschichten“ bezogen, er habe sie später beendet, weil sie ihm zu politisch geworden sei. Er sei „inoffiziell Mitarbeiter der Kriminalpolizei und nicht des Ministeriums für Staatssicherheit“ gewesen. Und: „Ich habe zu keiner Zeit mit der Stasi zusammengearbeitet.“ Konsequenzen erwartet er nicht: „Ich fürchte keine Konsequenzen durch die Landtagsfraktion, da ich mir nichts vorzuwerfen habe.“ Lesen Sie auchNach dem Stasi-Unterlagen-Gesetz gilt diese Tätigkeit als inoffizieller kriminalpolizeilicher Mitarbeiter (IKMR) jedoch als gleichwertig mit einer IM-Tätigkeit für die Staatssicherheit. Auch die Beauftragte Noke hatte der Darstellung Adams bereits widersprochen, dass es bei seiner Tätigkeit nur um „kriminalistische Sachen“ gegangen sei. „Die Akten sagen, dass Jean-René Adam gezielt in politisch nonkonforme Jugendgruppen eingeschleust wurde“, entgegnete Noke im „Tagesspiegel“.dpa/kami
Deckname „Hubert“: Brandenburger AfD-Politiker tritt nach Stasi-Vorwürfen zurück - WELT
Der brandenburgische AfD-Politiker Jean-René Adam ist zurückgetreten. Offiziell nennt er Überlastung als Grund. Zuvor waren Vorwürfe über seine Stasi-Vergangenheit laut geworden.






