Wochenlang mussten die Wiesn-Wirte um den Aufbau von zwei Zelten zittern – doch jetzt kann es wie geplant losgehen: Knapp ein Vierteljahr vor dem Anstich haben die Bauarbeiten zum Oktoberfest begonnen. Lastwagen und Baumaschinen rollen. Von Montag an ist die Theresienwiese offiziell Baustelle – es sei die größte temporäre Baustelle in ganz Europa, erläuterte Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD).Kurz vor dem Aufbaustart hatte ein Rechtsstreit für Furore gesorgt. Der Wirt Alexander Egger will auf gerichtlichem Weg erreichen, dass sich die Zuteilung zweier großer Oktoberfestzelte – das berühmte Anzapfzelt Schottenhamel und das Paulaner-Festzelt – nach europäischem Vergaberecht richten muss. Per Eilantrag wollte er beim Bayerischen Obersten Landesgericht erreichen, dass diese beiden Zelte bis zur Hauptsache-Entscheidung nicht aufgebaut werden dürfen.Oktoberfest:Alexander Egger „nicht mehr erwünscht“Im andauernden Streit um die Wiesn-Zeltvergabe wirft die Arbeitsgemeinschaft der kleinen Wiesnzelte den Betreiber der Münchner Stubn aus ihrem Gremium. Und zwei andere Ämter gibt der Gastronom gleich selbst auf.Doch damit ist er vor eineinhalb Wochen vor Gericht gescheitert. Wirte und Stadtspitze atmeten auf. Sonst wären womöglich die Plätze der beiden Zelte leer geblieben. Und es wäre nicht klar gewesen, wo das Volksfest eröffnet werden soll. Denn das passiert traditionell im Schottenhamel-Zelt. Nun aber konnten auch diese noch offenen Festzelt-Verträge geschlossen werden.Jetzt wird überall gehämmert, geschraubt und auch gegraben. Denn unter dem Kies müssen Anschlüsse für Wasser, Strom und Gas freigelegt werden. Sie verschwinden nach dem Oktoberfest wieder unter Kies, damit die Theresienwiese für andere Veranstaltungen und als Freizeitgelände zur Verfügung steht. Die Küchen der Festzelte werden alljährlich neu betoniert und nach dem Fest wieder abgerissen.Es geht nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Tiefe. Anschlüsse müssen freigelegt werden. Peter Kneffel/dpaWiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) freut sich über die „beeindruckende logistische Meisterleistung“, die der Volksfest-Aufbau auf der Theresienwiese darstellt. Peter Kneffel/dpa„Die Dimensionen und die logistische Komplexität sind außergewöhnlich“, sagte Festleiter Scharpf. „In nur zwölf Wochen entstehen hier 14 große und 21 kleine Festzelte, auf der Oidn Wiesn kommen weitere drei Festzelte hinzu.“ Von Ende August an würden zudem die großen Fahrgeschäfte wie Hochfahrgeschäfte, Riesenrad und Wasserbahnen aufgebaut. Anfang September folgen dem Wiesn-Chef zufolge Rundfahrgeschäfte, Autoscooter und viele weitere Attraktionen. „Der Aufbau des größten Volksfestes der Welt ist jedes Jahr aufs Neue eine beeindruckende logistische Meisterleistung“, sagt er.Die Münchnerinnen und Münchner müssen während des Aufbaus Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, etwa Umwege: Wegen der Bauarbeiten können Fußgänger und Radler die Theresienwiese in den kommenden Wochen nur eingeschränkt oder gar nicht queren, wie die Stadt mitteilt. „Das Betreten der Baustellenbereiche ist aus Sicherheitsgründen verboten.“Am 19. September wird dann das erste Bierfass angezapft. Erstmals wird das Ritual Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zelebrieren. Das Fest dauert dieses Jahr bis zum 4. Oktober.
Oktoberfest 2026: Wiesn-Aufbau startet nach Rechtsstreit
Zwei Wirte mussten lange zittern. Doch nach einem juristischen Krimi startet nun der Oktoberfest-Aufbau auf der Theresienwiese.








