PfadnavigationHomePolitikAuslandNYT-Autorin„Fake News“, „drittklassige“ Autorin, „Müll“ - Trump attackiert Buch von Maggie HabermanStand: 10:09 UhrLesedauer: 7 MinutenUS-Präsident Donald TrumpQuelle: AP Photo/Julia Demaree NikhinsonUS-Bestsellerautorin Maggie Haberman hat ein Buch über Trumps zweite Amtszeit geschrieben. Trump schimpft, es sei „reine Fiktion“. Doch prägnante Szenen machen die Runde – ebenso wie Details aus den Schlafzimmern im Weißen Haus.Nein, selbst gelesen hat Donald Trump das Buch von Maggie Haberman natürlich nicht. Er sei, so schreibt der US-Präsident auf seinem Account bei Truth Social, nur „sehr kurz“ über den „langweiligen“ Inhalt von „Regime Change“ informiert worden. Nun aber könne er mit Gewissheit sagen, dass auch der neueste Bestseller der „New York Times“-Autorin Maggie Haberman (Trump nennt sie mehrfach despektierlich „Margot Hagerman“) „größtenteils erfunden“ sei. „‚Fake News‘, reine Fiktion“ eben, „genau wie die meisten Dinge, die sie seit so vielen Jahren über mich geschrieben hat“.Dann nimmt der 80-Jährige in seiner Abrechnung verbal weiter Fahrt auf: „Sie (Haberman, d. Red.) ist eine drittklassige Autorin und ein ebensolcher Geist, die sich dank eures Lieblingspräsidenten – MIR – ein erstklassiges Einkommen verschafft hat. Sie lag bei den Wahlen falsch, was mich betraf – obwohl sie wusste, dass ich gewinnen würde, und zwar gewaltig! Sie lag falsch bei der Russland-Russland-Russland-Lüge, und sie lag bei so gut wie allem anderen falsch. Aber sie verbreitet weiterhin ihren Müll, und die Leute kaufen ihn trotzdem.“In der Tat – das am 23. Juni zunächst in den USA erschienene Werk von Maggie Haberman und ihrem NYT-Kollegen Jonathan Swan ist genauso ein Bestseller wie ihre vorherige Buchveröffentlichung (zuvor: „Täuschung: Der Aufstieg Donald Trumps und der Untergang Amerikas“), die sich ebenfalls Donald J. Trump widmeten. Und wie schon im Vorgängerwerk finden sich auch hier wieder süffige Zitate, exklusive Insiderinformationen und kühle Politanalysen (hier ein Vorabdruck aus der „New York Times“). Es sind filmreif erzählte Szenen wie diese, die Habermans Bücher auszeichnen: „Ihr seid auf mich losgegangen“, sagte er (Donald Trump) zu Reportern. „Ich war der Gejagte. Und jetzt bin ich der Jäger.“Das geheime Glück, erst die Wahl von 2025 gewonnen zu habenIhr neues Werk „Regime Change“ widmet sich dabei nur dem ersten Jahr von Trumps zweiter Amtszeit. Auf stolzen 496 Seiten wird darin veranschaulicht, wie sehr sich Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Jahr 2025 von seiner ersten Amtszeit unterscheidet.Das Buch legt eine These dar, von der auch Trump selbst überzeugt ist: Hätte er die Wahl 2020 nicht verloren, wäre er in seiner zweiten Amtszeit nicht so mächtig, wie er es jetzt ist – eine Machtfülle, die ihn dazu ermutigt, Normen mit Füßen zu treten, etablierte Institutionen zu demontieren und die Grenzen der präsidentiellen Befugnisse auszuloten.Lesen Sie auchTrump behauptet nach wie vor fälschlicherweise, die Wahl 2020 gewonnen zu haben, so übrigens auch in dem „Truth Social“-Beitrag, mit dem er nun die Buchautorin attackiert. Dort schreibt er, wie so oft in den für ihn charakteristischen Großbuchstaben: „DENKT DARAN: ICH HABE DIE WAHL GEWONNEN, UND ZWAR DEUTLICH – ALLE SIEBEN SWING STATES, DIE GESAMTSTIMMENZAHL (POPULAR VOTE), 86 PROZENT DER COUNTIES …“ Lesen Sie auchDabei, so die Analyse, könne er, Trump, womöglich von Glück sagen, erst wieder als Präsident Nr. 47 das Ruder übernommen zu haben. Durch eine zweite Amtszeit zu jenem Zeitpunkt wäre womöglich durch Widerstände innerhalb seiner eigenen Regierung, die Coronavirus-Pandemie und die dadurch ausgelöste galoppierende Inflation sowie durch einen feindseligen, von Demokraten kontrollierten Kongress belastet gewesen.Mit diesen Problemen sah er sich diesmal nicht konfrontiert, glauben Maggie Haberman und ihr Co-Autor (der in Trumps Wutposting übrigens so gar keine Rolle spielt).Vance oder Rubio im Jahr 2028? Hier einige der zentralen Behauptungen aus dem Buch, die aktuell in den US- und den sozialen Medien die Runde machen. Viel debattiert wird unter anderem die teils bizarre, hausinterne „Kür“ eines „Kronprinzen“, sprich Trumps eigener „Nachfolgersuche“. Die Autoren schildern, wie Trump seine Mitarbeiter häufig fragte, ob Vizepräsident J.D. Vance oder Außenminister Marco Rubio besser als sein Nachfolger geeignet wären.Einige Geldgeber sprachen sich für Rubio aus, und manche Mitarbeiter waren der Ansicht, die persönliche Chemie zwischen dem Außenminister und dem Präsidenten stimme besser als jene zwischen Trump und Vance. Trump ließ jedoch auch durchblicken, dass ihn Vances Intellekt und seine Fähigkeiten in Fernsehinterviews – insbesondere in schwierigen Gesprächen – beeindruckt hätten, wie es im Buch heißt.Lesen Sie auchZudem soll Trump von Rubios Hintergrund als Sohn kubanischer Einwanderer beeindruckt gewesen sein. Das Buch beschreibt eine Szene, in der Trump das Oval Office mit goldenen Verzierungen neu gestaltet hatte und jemand den Präsidenten fragte, wie wahrscheinlich es sei, dass sein Nachfolger all diese Änderungen wieder rückgängig machen würde. Trump entgegnete: „Kubaner lieben Gold.“Oder kommt das Doppelticket Rubio — Vance?Doch, so schreiben Haberman und Swan, Rubio und Vance sind auch miteinander befreundet. Ein von ihnen genanntes Beispiel ist, dass Rubio Vance eine Nachricht schickte, nachdem die Äußerungen des republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten für 2024 über „kinderlose Katzenfrauen“ einen Skandal ausgelöst hatten. Rubio bot an, gemeinsam mit Vance Wahlkampf zu machen, um seine Unterstützung zu zeigen.Während die beiden Männer im Vorfeld des Jahres 2028 um ihre Positionen ringen, ist es gut möglich, dass Trump ihnen das Rampenlicht nicht so bald überlassen wird.Der Präsident spricht häufig von den verbleibenden zweieinhalb Jahren seiner Amtszeit – ein Zeitraum, der bis zum Tag der Amtseinführung im Jahr 2029 reicht. Dies deutet darauf hin, dass er sich kaum von den Republikanern, die im Präsidentschaftsrennen antreten, in den Schatten stellen lassen wird.Ein anschauliches Beispiel hierfür ereignete sich demnach während eines Treffens im Oval Office, an dem Trump, Vance sowie der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, und der Fraktionschef der Demokraten im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, teilnahmen. Wie Haberman und Swan berichten, präsentierte der Präsident Baseballkappen mit der Aufschrift „Trump 2028“, woraufhin Jeffries auf Vance deutete und fragte: „Was hält er davon?“ Trump antwortete: „Ach, das macht ihm nichts aus. Ihm ist das egal“, und fügte hinzu: „Wir bilden ihn noch ein bisschen weiter aus.“ Panik im Weißen Haus wegen der Veröffentlichung der Epstein-AktenHaberman und Swan schildern auch die große Besorgnis über den Umgang der Regierung mit der Veröffentlichung von Akten aus den Ermittlungen gegen den in Ungnade gefallenen Finanzier Jeffrey Epstein. Dazu gehörte, dass die Stabschefin des Weißen Hauses, Susie Wiles, eine Krisensitzung im „Situation Room“ einberief und Vance vorschlug, den befreundeten Interviewer Tucker Carlson einzuschalten, damit dieser ein Gespräch mit Epsteins inhaftierter Ex-Freundin Ghislaine Maxwell führt.Lesen Sie auchDiese Enthüllung hat nun Fragen aufgeworfen, ob die Reporter Tonaufnahmen von Gesprächen aus einem Sicherheitsbereich des Weißen Hauses erhalten haben – was ein Sicherheitsrisiko darstellen würde. Eine Vermutung, auf die Trump übrigens direkt eingeht bei „Truth Social“: „Und sie besitzen gar nicht die Tonbänder, deren Existenz sie andeuten. Wieder nur so eine Margot-Schwindelei!“ Getrennte Schlafzimmer und ein „Selfie“-SpiegelNicht fehlen darf natürlich auch privater „Gossip“, sprich, Klatsch aus dem Umfeld der Trump-Familie. Das Buch beschreibt, dass der Präsident und die First Lady das erste Präsidentenpaar seit Richard und Pat Nixon sind, das in getrennten Schlafzimmern schläft – wenngleich auch Bill und Hillary Clinton vorübergehend getrennt schliefen, als seine Affäre mit Monica Lewinsky öffentlich wurde. First Lady Melania Trump schläft im traditionellen Hauptschlafzimmer der Executive Residence im Weißen Haus – Zimmer 219 –, während der Präsident in Zimmer 220 nächtigt, das an den als „Yellow Oval“ bekannten Bereich im zweiten Stock grenzt.Der Präsident stattete sein Schlafzimmer mit Gold und anderen Verzierungen aus; dabei brachte er einige Gegenstände eigenhändig aus dem Flur herbei, wo seine Frau während der ersten Amtszeit die Einrichtung ausgewählt hatte, so das Buch. Da die First Lady zu Beginn der zweiten Amtszeit nur selten in Washington war, konnte sie den Präsidenten nicht davon abhalten, die Dinge umzugestalten.Zu den verstellten Gegenständen gehörte auch ein Spiegel mit Blattgoldrahmen, der ursprünglich Teil der von der First Lady vorgenommenen Neugestaltung des „Queen’s Bedroom“ im zweiten Stock gewesen war. Letztendlich landete er jedoch draußen auf der Kolonnade vor dem Oval Office – dort dient er nun als Hintergrund für Selfies, wollen die Autoren wissen.mit AP
Trump attackiert Buch von Maggie Haberman: „Fake News“, „drittklassige“ Autorin, „Müll“ - WELT
US-Bestsellerautorin Maggie Haberman hat ein Buch über Trumps zweite Amtszeit geschrieben. Trump schimpft, es sei „reine Fiktion“. Doch prägnante Szenen machen die Runde – ebenso wie Details aus den Schlafzimmern im Weißen Haus.












