Eine Biberdame hat am Freitagmorgen am Bahnhof Türkenfeld im Landkreis Fürstenfeldbruck einen Zugunfall überlebt – und die Herzen der eingesetzten Bundespolizisten im Sturm erobert. Die Beamten tauften das Tier kurzerhand auf den Namen „Barbara“, so berichtet es die Polizei.Kurz nach acht Uhr war der Polizei zufolge ein Notruf über einen Biber im Gleisbereich des Bahnhofs eingegangen. Noch bevor die Einsatzkräfte eintrafen, wurde das Tier von einem in Richtung München fahrenden Zug erfasst. Dabei ist ein Teil des Biberschwanzes abgetrennt worden.Angebot der SZ:Wählen Sie den Whatsapp-Kanal für Ihren LandkreisDie Süddeutsche Zeitung bietet Whatsapp-Kanäle für alle Landkreise rund um München an. Das Angebot ist kostenlos. So abonnieren Sie die Kanäle.Mehrere Schülerinnen und Schüler der sechsten bis achten Jahrgangsstufe hatten den Biber entdeckt und den Unfall unmittelbar miterlebt. Da ein Teil der Kinder kurz davor war, das Tier eigenständig aus dem Gleisbereich zu holen, sperrte die Bundespolizei die Strecke zwischen Grafrath und Geltendorf von 8.27 Uhr bis 8.49 Uhr. Neun Züge waren betroffen, es entstanden 89 Verspätungsminuten sowie vier Teilausfälle.Beim Eintreffen der Streifenwagen waren viele der Kinder sichtlich aufgewühlt, so die Polizei. Ein Teil von ihnen kehrte im Einvernehmen mit den Eltern nach Hause zurück, andere gingen in die Schule. Der Leiter der Grund- und Mittelschule Türkenfeld organisierte dort psychologische Betreuungsangebote. Die behandelnde Tierärztin bot der Schule zudem einen Besuch in der Wildtierauffangstation an, damit die Kinder den Genesungsweg „Barbaras“ verfolgen und das Erlebte besser verarbeiten können.Die Bundespolizei barg das verletzte Tier aus dem Gefahrenbereich und verständigte die Biberbeauftragte des Landkreises Fürstenfeldbruck. Eine Tierärztin übernahm den Transport in die Wildtierauffangstation in Fürstenfeldbruck. Nach ihrer Einschätzung stehen die Überlebenschancen der Biberdame gut.Nach ihrer Genesung soll „Barbara“ nach Frankreich gebracht werden. Hintergrund ist, dass in der Region aufgrund begrenzter Lebensräume regelmäßig Revierkämpfe unter Bibern ausbrechen, während in Frankreich geeignete Reviere zur Verfügung stehen.
Türkenfeld: Biber überlebt Zugunfall
Ein Biber wird von einem Zug erfasst und verletzt Bundespolizei und Tierärztin kümmern sich um das Tier.









