Nach militärischem Schlagabtausch: Washington und Teheran suchen offenbar wieder das GesprächNach einem Wochenende gegenseitiger Attacken haben sich Iran und die USA laut Medienberichten auf einen vorläufigen Stopp der Angriffe verständigt. Am Dienstag sollen in Katar neue Gespräche zur Strasse von Hormuz stattfinden. Doch die Bestätigung Irans bleibt vorerst aus.29.06.2026, 04.44 Uhr2 LeseminutenStreitpunkt Strasse von Hormuz: Der Streit um die für den Seeweg geltenden Regeln löste den militärischen Schlagabtausch aus.Stringer / REUTERSIn der Nacht auf Sonntag schien Donald Trump die Geduld mit Teheran zu verlieren. Die Islamische Republik werde nicht länger existieren, sollten die USA dazu gezwungen werden, den Krieg wieder aufzunehmen, drohte der amerikanische Präsident. Es könnte ein Moment kommen, an dem man gezwungen sei, den Job militärisch zu Ende zu bringen. Seine Warnungen kamen, nachdem die USA zweimal iranische Ziele bombardiert hatten als Reaktion auf iranische Angriffe auf Frachtschiffe in der Strasse von Hormuz.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.In der Nacht auf Montag meldeten nun aber verschiedene amerikanische Medien, die USA und Iran hätten sich darauf geeinigt, die gegenseitigen Angriffe wieder einzustellen. Das schrieben unter anderem das Portal Axios und das «Wall Street Journal» mit Verweis auf einen hochrangigen amerikanischen Beamten und Quellen aus anderen an den Verhandlungen beteiligten Länder. Weiter hiess es, die Konfliktparteien wollten sich am Dienstag in Katar zu Gesprächen über ihren Streit um die Strasse von Hormuz treffen. Eine Bestätigung Irans blieb aber vorderhand aus, weshalb die Meldungen mit grosser Vorsicht zu geniessen sind.In den Tagen zuvor hatte sich Washington und Teheran einmal mehr einen militärischen Schlagabtausch geliefert. Zweimal hatte Iran in der Strasse von Hormuz ein Frachtschiff mit Drohnen beschossen, worauf die USA mit Luftangriffen auf Ziele in Iran reagiert hatten. Laut dem zuständigen Regionalkommando Centcom richteten sich die amerikanischen Schläge in der Nacht auf Sonntag gegen Luftabwehrstellungen, Drohnenlager, Überwachungsinfrastruktur und Kommunikationssysteme. Iran hatte daraufhin versucht, mit Drohnen und Raketen amerikanische Basen in den Golfstaaten anzugreifen.Vage Abmachungen befördern die EskalationDie Eskalation der letzten Tage bedroht das erst vor zwei Wochen unterzeichnete amerikanisch-iranische Rahmenabkommen, das zu einem langfristigen Waffenstillstand führen soll. Das Abkommen sieht die Öffnung der Strasse von Hormuz und den Beginn von Verhandlungen über Irans Atomprogramm vor.Doch weil die Bedingungen rund um die Öffnung des wichtigen Handelswegs vage sind, resultieren Meinungsunterschiede und Zwischenfälle wie jene der vergangenen Tage. So fordert Iran, dass alle Schiffe nur über von Teheran genehmigte Routen durch die Meerenge fahren dürfen. Die USA bestehen hingegen darauf, dass die Strasse komplett offen und mautfrei bleibt.Trotz den Meldungen über einen vorläufigen Stopp der Angriffe scheinen die Meinungsunterschiede zum Prozedere in der Strasse von Hormuz keineswegs beseitigt zu sein. Amerikanische Medien zitierten einen US-Beamten mit den Worten, Frachtschiffe könnten sich nun in der Meerenge frei bewegen.Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi sagte am Sonntag allerdings erneut, dass Iran die alleinige Autorität über den Seeweg innehabe. «Das Management und die volle Wiederherstellungen der Schifffahrt in der Strasse von Hormuz liegt in der Verantwortung Irans», sagte Araghchi laut staatlichen Medien. «Kein anderes Land und keine Entität hat in diesem Bereiche eine Verantwortung oder Autorität.»Passend zum Artikel