BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholen

Thomas Ormstons Tochter hat aus dem Beruf ihres Vaters ein Spiel gemacht. Wenn sein Kollege von der Europäischen Weltraumorganisation anruft, weiß die Sechsjährige: Es ist wieder so weit. Das erkennt sie schon am Bild des Anrufers auf dem Handy. Dann bewirft sie Ormston mit Gegenständen – und Daddy muss ausweichen. Früher waren es noch Kuscheltiere, erzählt er, jetzt sind es Geschosse aus Lego-Steinen.

Ausweichen ist ein wichtiger Teil von Ormstons Job. Und der ist härter geworden. Der gebürtige Brite steuert bei der Esa drei Sentinel-1 genannte Erdbeobachtungssatelliten. Immer wenn sie Gefahr laufen, von anderen Objekten in der Umlaufbahn getroffen zu werden, klingelt sein Handy. Neulich rief ein Kollege kurz vor Feierabend an. Der Computer hatte mal wieder eine Kollisionswarnung ausgegeben: Weltraumschrott. Also schaltete sich Ormston mit seinem Team zu einer Videokonferenz zusammen, bis in die Nacht programmierten sie ein Ausweichmanöver. Mächtige Funkantennen können es an die gut zwei Tonnen schweren Satelliten übertragen, die 700 Kilometer über unseren Köpfen um die Erde kreisen. »Bisher ist immer alles gut gegangen«, sagt Ormston.