Nach 45 Arbeitsjahren konnte Pflegerin Roswitha Heim frühzeitig in den Ruhestand, dafür ist sie Angela Merkel dankbar. In Zukunft soll das nicht mehr gehen.
Die letzten 20 Jahre vor dem Renteneintritt hat Roswitha Heim als Altenpflegerin in Leipzig gearbeitet. Immer Vollzeit plus Nachtdienste und Überstunden. Heim hat ihren Job gern gemacht. Aber irgendwann stoße man an Grenzen, „körperlich und auch psychisch“. Dass sie früher als geplant in den Ruhestand konnte, passt letztlich in ihr Leben, in dem wenig nach Plan lief. „Ich war so glücklich, als die Rente mit 63 eingeführt wurde“, sagt die heute 74-Jährige.
Eigentlich ist Heim gelernte Facharbeiterin für Gummi und Asbest, damals ein anerkannter Ausbildungsberuf in der DDR. Mit 18 Jahren hatte sie ihre Lehre bereits abgeschlossen. Danach arbeitete sie in unterschiedlichen Firmen, lange in einem Arzneimittelwerk, wo es ihr gut gefiel, später wechselte sie zu einer Firma für Baureparaturen, weil ihr Kind klein und ihr Arbeitsweg zu lang war. Der große Umbruch stand ihr noch bevor.
Mit dem Ende der DDR brach ihr Leben, wie sie es gewohnt war, auseinander. Wie viele andere in dieser Zeit verlor Heim ihren Job. Ein Vierteljahr lang war sie arbeitslos, dann saß sie schon wieder am Schalter bei der Post. Weil sie nach einem sicheren Job in unsicheren Zeiten suchte, entschied sich Heim für eine Umschulung zur Altenpflegerin. Kein leichter Schritt. Als sie das erste Mal ein Pflegeheim betrat, sei sie „heulend wieder rausgelaufen“, erinnert sie sich. Aber sie blieb dabei. Altenpflege sei „ein schöner, aber auch harter Job“. Als Frau mit ostdeutscher Biografie war Lohnarbeit ein selbstverständlicher Teil ihres Alltags – auch zu der Zeit, als sie ihr Kind allein großzog.













