PfadnavigationHomeRegionalesBerlin & BrandenburgHitze überzieht Brandenburg - Mensch und Material am LimitStand: 16:38 UhrLesedauer: 4 MinutenDie Hitze überzog am Wochenende Brandenburg.Quelle: Frank Hammerschmidt/dpaHinter Brandenburg liegt ein absolutes Ausnahmewochenende. Am Sonntag wurde ein bundesweiter Hitzerekord jenseits der 40-Grad-Marke aufgestellt. Viele Menschen litten unter den Bedingungen.Temperaturen über 40 Grad Celsius haben am Wochenende die Menschen in Brandenburg beansprucht. In Neißemünde (Landkreis Oder-Spree) wurde am Sonntag nach vorläufigen Angaben ein bundesweiter Hitzerekord mit 41,7 Grad Celsius gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Der Brandenburger Rekord vom Vortag in Baruth (40,8 Grad) wurde damit direkt wieder geknackt. Vor dem Wochenende lag der Rekord in Cottbus, wo am 19. Juni 2022 38,9 Grad gemessen worden waren.Hitzenotfälle: Kreislaufprobleme auch bei KindernDie Hitze zeigte ihre Wirkung. Feuerwehren und Rettungsdienste rückten wegen hitzebedingter Notfälle mehrfach aus. Das Ernst-von-Bergmann Klinikum in Potsdam registrierte am Samstag bis zum Abend drei Kinder und sieben Erwachsene, die wegen der Hitze behandelt werden mussten. Die Alarmierungen «gehen hintereinander weg», sagte ein Sprecher der Leitstelle Nordwest. Oft handele es sich um Menschen mit Kreislaufproblemen, aber auch um ausgelöste Brandmeldeanlagen, Unfälle oder Feuer.Auf der Autobahn 12 im Osten von Brandenburg versorgten Einsatzkräfte Menschen, die im Stau standen, am Samstagmittag mit Wasser und Essen. Das berichtete die Leitstelle Oderland. Bei einer Sportveranstaltung in der Uckermark wurden gleich mehrere Menschen mit Kreislaufproblemen versorgt.Mehr als 600 Passagiere stranden im ZugIn einem Zug waren am Sonntag über 600 Passagiere ohne Klimaanlage in der Prignitz gestrandet. Drei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus, wie Kreisbrandmeister Christian Reisinger mitteilte. Ein Baum war im Zuge eines Sturms am frühen Samstagabend auf eine Oberleitung gefallen und der Zug der tschechischen Bahn, der von Hamburg nach Prag fahren sollte, verlor seinen Fahrstrom.Ohne Strom fiel außerdem die Klimaanlage aus und die Türen blieben verschlossen, wie es hieß. Die Einsatzkräfte öffneten die Türen, mussten dafür etwa Bäume aus dem Weg sägen. Im Zug, in dem es laut Reisinger mittlerweile etwa 40 Grad warm war, sichteten die Einsatzkräfte die etwa 630 Passagiere.In Gransee (Landkreis Oberhavel) strandeten am Samstagnachmittag ebenfalls Passagiere eines Regionalzuges. Die Menschen mussten zwei bis drei Stunden ohne Klimaanlage aushalten, bevor der technische Defekt behoben wurde und der Zug weiterfuhr, wie die Bundespolizei mitteilte. 70 Fahrgäste stiegen zwischendurch auf offener Strecke aus dem Zug aus.Brand an der Grenze zu SachsenBei den hohen Temperaturen und fehlenden Niederschlägen standen auch mehrere Waldstücke in Brand. An der Grenze zu Sachsen brannten in der Gohrischheide rund 16 Hektar ab. Der Waldbrand hatte sich am Samstagnachmittag entwickelt und schnell ausgebreitet. Erst vor einem Jahr hatte es in der Gohrischheide den größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben. Die Lage war am Sonntagnachmittag nach Angaben der Feuerwehr noch angespannt.Am Freitag war außerdem ein Feuer in Klein Woltersdorf (Landkreis Prignitz) ausgebrochen. Das sagte der Waldbrandschutzbeauftragte Brandenburgs, Raimund Engel. In dem Ort war ein Feldbrand auf einen Wald übergesprungen. Es waren mehr als 30 Hektar betroffen. Der Brand wurde mittlerweile gelöscht.Ein Stoppelfeld mit Großstrohballen geriet in Gräben (Landkreis Potsdam-Mittelmark) in Brand und löste einen Waldbrand aus. Das Feuer brach am Samstagmittag an der Landesstraße 94 aus, wie die Polizeidirektion West mitteilte. Mehrere Hektar Feld und Wald standen in Flammen, wie es hieß.Es liefen am Sonntagnachmittag noch immer Brandereignisse, sagte Engel. Einige Brände hätten die Einsatzkräfte das ganze Wochenende beschäftigt. Auch in der Gohrischheide hätten Brandenburger Einsatzkräfte mitgewirkt. «Die Summe machts.»Die Polizei sprach am Sonntag von einer «übersichtliche Einsatzlage». Badetote seien im nicht bekannt, sagte ein Sprecher der Polizei. Das Wetter habe zu «keinen größeren Folgen für die Polizei geführt».Straßenschäden auf der A2Abgesehen davon hatte die Polizei im Westen Brandenburg auf der A2 bei Ziesar besonders viel zu tun. Mehrere Sperrungen sorgen auf der Autobahn 2 für deutliche Einschränkungen und lange Staus. Der Grund waren massive Hitzeschäden auf der Fahrbahn.Die A2 gehe immer weiter kaputt, sagte ein Sprecher der Polizei. Der betroffene Streckenabschnitt bei Ziesar werde immer größer. Dadurch müsse «Anschlussstelle für Anschlussstelle» gesperrt werden. Die Autobahnmeisterei besserte die Stellen aus. Einige Abschnitte wurden am Sonntag wieder freigegeben.dpa-infocom GmbH