Der Globus wird auf die Seite gekippt in Berlin: Der Kompass zeigt nach Osten, wenn am Wochenende in der Kulturbrauerei das Ostpol-Berlin-Festival beginnt. Der Festivalleiter Martin Jankowski sei gefragt: Wie schwer war es, die 20 Veranstaltungen für acht Tage zusammenzubekommen?
Martin Jankowski: Gar nicht schwer, im Gegenteil. Wir, die Berliner Literarische Aktion, sind ja seit Jahrzehnten mit den internationalen Künstlerinnen und Künstlern verbunden, die hier bei uns in der Stadt leben. Da hätten wir gut ein Programm für vier Wochen machen können – aber dafür reicht das Budget nicht. Wir haben uns bemüht, eine gewisse Bandbreite und auch eine Mischung zu machen zwischen prominenten Autorinnen und Autoren – wie etwa Katja Petrowskaja und Viktor Jerofejew oder Dora Kaprálová, die gerade den Europäischen Literaturpreis bekommen hat – und solchen, denen wir noch mehr Leser wünschen.
Die für uns interessanteste Himmelsrichtung in den kommenden Tagen ist nicht der Norden oder Süden, sondern der Osten. Wobei man zugeben muss: Den Pol, den einen Punkt, gibt es natürlich nicht. Es geht um die mittel- und osteuropäischen Künstler, die in Berlin arbeiten. Wir schauen also auf die Literatur, die hier etwa auf Belarussisch, Ukrainisch oder Tschechisch entsteht. Im Festival sind zwölf Sprachen vertreten, plus Deutsch und Englisch, aber natürlich sind die Veranstaltungen hauptsächlich auf Deutsch.








