Kaum vorstellbar bei den derzeitigen Temperaturen, doch noch vor ein paar Wochen wollte der Bayerische Wald vom nahenden Sommer nichts wissen. Campingauftakt, Mitte Mai: Zwei Grad zeigt die Wetterapp an diesem Morgen. Das Dachfenster des Campingbusses ist nass vom Regen. Waldlust und der Ehrgeiz des Wanderers treiben dennoch hinaus in die Natur. Und dann immer weiter, weil es so schön und die Ruhe wohltuend ist. Zurück am Campingplatz ist die Kleidung feucht und die Glieder kalt, aber das macht nichts: Die Sauna am Anderswo Camp ist schon vorgeheizt.Anders als die meisten europäischen Plätze, die seit Generationen in Familienhand oder Teil großer Ketten sind, gehört dieser einem Ehepaar, das seinen Lebensunterhalt bis vor sechs Jahren noch im Großstadtbüro verdiente. 2021 übernahmen sie den kleinen Campingplatz im östlichen Niederbayern. Mutig, meinten die Freunde. Aber auch: Passt zu euch!Hundecamping, Adults Only, Luxus – was darf es sein?Das Timing war günstig, denn die Corona-Jahre sorgten für einen Campingboom – in einem Land, das ohnehin als Hochburg der Camper gilt. 44,7 Millionen Übernachtungen wurden 2025 gezählt – das vierte Rekordjahr in Folge und rund ein Viertel mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019. Branchenweit lag das Plus nur bei drei Prozent. Die Branche reagiert mit immer spezialisierteren Angeboten – von Familien- und Hundecamping über Adults Only bis hin zu luxuriösen Resorts und naturnahen, individuell geführten Plätzen.
Neues vom Camping: coole Stellplätze in Deutschland
Der Campingboom der vergangenen Jahre ist mehr als ein Strohfeuer aus der Pandemie. Kaum eine andere touristische Branche wächst so rasant – nur die Ansprüche der Gäste halten das Tempo.








