Krieg zwischen den USA und Iran: Der Waffenstillstand hält bislang nur auf dem PapierDas iranische Regime hat Frachtschiffe in der Strasse von Hormuz angegriffen, die USA schlagen zurück. Das amerikanisch-iranische Abkommen offenbart damit, wie unscharf seine Bedingungen formuliert sind.27.06.2026, 10.38 Uhr3 LeseminutenIn Gefahr: Noch immer sitzen rund 500 Schiffe in der Strasse von Hormuz fest.Majid-Asgaripour / Wana News AgencyAuf dem Papier mögen sich Iran und die USA vor einer Woche auf einen Waffenstillstand geeinigt haben. Aufeinander geschossen aber wird weiterhin. Am Freitagabend attackierte die amerikanische Luftwaffe iranische Waffenlager und Radaranlagen. In der Nacht folgte Teherans Gegenschlag: die iranischen Revolutionswächter griffen nach eigenen Angaben amerikanische Militärstützpunkte in der Golf-Region an. Von den USA bestätigt wurden diese Racheangriffe bislang nicht.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Vorausgegangen war diesem Schlagabtausch ein Angriff auf ein ziviles Frachtschiff. Bereits am Donnerstag hatten Irans Revolutionswächter vier Drohnen auf Schiffe in der Strasse von Hormuz abgefeuert. Eine traf die «Ever Lovely», ein Containerschiff unter singapurischer Flagge. Die Brücke wurde beschädigt; das Schiff konnte seine Fahrt dennoch fortsetzen. Drei weitere Drohnen schoss das amerikanische Militär ab.Unscharf formulierte Bedingungen provozieren ZwischenfälleWenige Tage nach seiner Unterzeichnung steht das amerikanisch-iranische Abkommen, das zu einem langfristigen Waffenstillstand führen soll, damit bereits vor seiner ersten Bewährungsprobe. Es sieht die Öffnung der Strasse von Hormuz und den Beginn von Verhandlungen über Irans Atomprogramm vor. Weil die Bedingungen darin nur unscharf formuliert wurden, provozieren sie nun Zwischenfälle wie den der vergangenen Nacht.So fordert Iran, dass alle Schiffe nur über von Teheran genehmigten Routen durch die Meerenge fahren dürfen. Die USA bestehen darauf, dass die Strasse frei und mautfrei bleibe.Irans stellvertretender Aussenminister Kazem Gharibabadi erklärte noch am Freitag: «Sichere Durchfahrt kann nicht durch vage Vereinbarungen oder Entscheidungen garantiert werden, die Iran als Küstenstaat übergehen.» Ebrahim Azizi, Mitglied des parlamentarischen Sicherheitskomitees, spielte den Drohnenangriff seines Landes gar als «Waffenstillstandsmanagement» herunter.Vizepräsident Vance: «Gewalt wird mit Gewalt beantwortet»Vizepräsident J. D. Vance, der die Verhandlungen auf amerikanischer Seite geführt hatte, warf seinerseits Teheran Wortbruch vor. Iran habe ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet und die Amerikaner hätten es eingehalten. «Wenn sie Meinungsverschiedenheiten darüber haben, wie das Memorandum of Understanding angewendet wird, können sie zum Telefon greifen», schrieb er auf X. «Aber Gewalt wird mit Gewalt beantwortet.»Iran signed a ceasefire agreement. We have honored it. If they have disagreements about how the MOU is being applied, they can pick up the phone. But violence will be met with violence. https://t.co/VWnBS1PWaV— JD Vance (@JDVance) June 26, 2026