Alles hat ein Ende, auch Software wird früher oder später alt und muss ersetzt werden. Wer schon etwas länger Computer nutzt, kennt das: Irgendwann ist ein neues Betriebssystem fällig, egal ob Linux, Mac OS (Apple) oder Windows. Grund zur Freude ist das für die meisten eher weniger. Schließlich bedeutet es Arbeit, merkwürdige blaue Bildschirme. Und ja, oft genug klappt irgendetwas nicht. Anstatt eines Computers mit neuer Software hat man dann einen Rechner mit kaputtem Betriebssystem, der nicht mal mehr starten will.Meistens aber funktioniert’s ja. Mit dem jüngsten Betriebssystem Windows 11 von Microsoft kommt aber noch etwas anderes hinzu. Das System stellt teils willkürliche Anforderungen an die Rechner, auf denen es laufen soll. Viele Computer sind dafür nicht mehr geeignet. Zumindest nicht offiziell. Inoffiziell kann man das System mit ein paar Tricks auf vielen Rechnern trotzdem aufspielen.Wer es nicht so hat mit solchen Tricks, dem blieb im vergangenen Jahr immerhin noch die Möglichkeit, das alte Windows 10 ein weiteres Jahr mit Sicherheitsupdates versorgen zu lassen. Und nun – Überraschung – hat Microsoft ganz im Stillen ein weiteres Jahr drangehängt. Nutzer können Windows 10 also bis Oktober 2027 weiter nutzen, ohne dass sie wegen fehlender Sicherheitsupdates in Gefahr geraten würden, zum Angriffsziel für Hacker zu werden.Bleibt die Frage nach dem Warum. Denkbar sind mehrere Gründe. Microsoft hat wohl eingesehen, dass viele kein besonderes Verlangen danach haben, das Betriebssystem ohne triftigen Grund zu wechseln. Schließlich läuft die 10er-Version von Windows stabil und tut alles, was die meisten wollen. Die 11er-Version bietet aus der Sicht von Normalnutzern keinen Vorteil, zudem gab es schon einige Probleme mit Updates, die manche Computer lahmlegten.Hinzu kommen die Anforderungen an die Hardware, die es bei vielen nötig gemacht hätten, sich einen neuen Rechner zu kaufen. Das allerdings ist zurzeit nicht attraktiv. Der Hype um künstliche Intelligenz hat dazu geführt, dass Speicherchips zur Mangelware und damit erheblich teurer geworden sind, teilweise um das Drei- bis Vierfache. Apple etwa hat gerade bekannt gegeben, dass sie deshalb die Preise für eine Reihe von Produkten anheben werden. Auch andere Hersteller haben die Preise etwa für Laptops bereits nach oben gesetzt.Der Umstieg – eine lästige PflichtBei der Verbreitung von Windows 11 sieht es gar nicht einmal so schlecht aus. Das wurde aber offenbar stark vom drohenden Support-Ende im Oktober 2025 getrieben. Während die Mehrheit davor zögerte, gab es zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 einen größeren Schub. Auf knapp drei Viertel aller Windows-Computer läuft nun Windows 11. Neue Windows-Computer werden damit gleich ausgeliefert.Das Zögern deutet darauf hin, dass viele den Umstieg eher als lästige Pflicht sahen. Beliebt ist Windows 11 nicht. Anders war das beim Umstieg vom verhassten, weil völlig verkorksten Windows Vista zu Windows 7. Die 7er-Version war für viele eine Erlösung von dem schwerfälligen und trägen Vista, die sie gerne angenommen haben.Solche Probleme gibt es nicht nur bei Windows. Auch beim Konkurrenten Apple müssen die Kunden damit leben, dass Software das Ende der Lebenszeit erreicht. Kommt dann noch ein Wechsel bei der Technologie des Hauptchips dazu, wie bei Apple schon zweimal der Fall, müssen außer dem Betriebssystem auch alle anderen Programme angepasst werden.