Die Hersteller von Holzfertighäusern sind in der riesigen deutschen Bauindustrie zwar nur eine überschaubare Nische, aber das macht die Entwicklungen dort nicht weniger interessant. Eine aktuelle lautet: Die Baukrise ist vorbei! Wohl dem, der das nach schwierigen Jahren und einem Berg an Widerständen von sich sagen kann. Aber die Hersteller hierzulande, meist mittelständische Unternehmen, sehen gleich mehrere Lichter am Ende des Tunnels.Der Markt in ihrem Kerngeschäft, dem Bau von Einfamilienhäusern, war wegen der schwachen Konjunktur und gestrichener Fördergelder zwar zusammengesackt – aber nach einem starken Rückgang der Baugenehmigungen und dem Verlust an Aufträgen zog die Produktion zuletzt deutlich an; schon ist wieder von Herstellern zu hören, die – wie in besseren Zeiten – Aufträge in den Büchern haben, die sie ein Jahr und länger auslasten.Bauen in die HöheDas allein würde reichen für eine positive Selbstwahrnehmung und die Ausrufung des Krisenendes. Zusätzlich aber nimmt die Branche ein Geschäftsfeld ins Visier, das ihren Fußabdruck in der Bauindustrie deutlich vergrößern könnte. Es geht um das Bauen in die Höhe, drei Etagen oder vier – auf längere Sicht auch noch mehr. Die Unternehmen mit ihrer seit Längerem industriellen und seriellen Bauweise trauen sich auch mehrgeschossige Wohnhäuser zu, Schulen, Bürobauten – der Phantasie sind gerade wenig Grenzen gesetzt. Und die Referenzbauten werden immer zahlreicher.Diese Transformation kostet zwar Geld und Kraft, denn das Kerngeschäft soll ja weiterlaufen. Aber neue Zielgruppen dürften für mehr Resilienz sorgen. Zumal die Hoffnung verbreitet ist, dass die politischen Widerstände geringer sein werden als beim Bau von Privathäusern. Das Einfamilienhaus sei schlechtgeredet worden, sagen viele Fertighausbauer. Es sei zwar die beliebteste Wohnform hierzulande, habe aber keine politische Lobby gehabt, sondern sei als Flächenvielfraß kleingemacht worden.Der Wohnungsmangel ist derzeit so groß, dass mit vergleichbarem Gegenwind nicht gerechnet wird, wenn es künftig auch um Häuser mit mehreren Etagen und Wohneinheiten geht. Zumal zwei große Vorteile – hohe Baugeschwindigkeit und Nachhaltigkeit – hinzukämen. Bliebe der Widerstand wirklich aus, wäre das nicht nur für die Fertighausbauer ein Gewinn.