Stand: 26.06.2026 • 13:11 Uhr
Russlands Bevölkerung schrumpft seit Jahren rapide. Deshalb propagiert Putin auch seit Jahren das Kinderkriegen. Russlands Frauen sollen gebären, damit ihm das Volk nicht ausgeht. Ohne Erfolg.
Von Ina Ruck, WDR
Das Haus haben sie lila gestrichen, auf der Veranda flattert Wäsche an der Leine. Im Garten überall Spielzeug, mittendrin ein Planschbecken. Im Haus herrscht fröhliches Chaos. Acht Kinder haben Olga und Dmitrij Cholkin. Gerade klimpert Fenja auf dem Klavier, Nika rollt Teig aus, Uljascha formt Piroggen. Die kleine Swetlana ist erst ein Jahr alt - und schon Tante. Denn der älteste Sohn, 22, hat gerade seine eigene Familie gegründet, das erste Kind ist da. Eine Großfamilie wie aus dem Bilderbuch, es wird viel gelacht.
Wenn er mit den fünf Kleineren unterwegs sei, sagt Vater Dmitrij Cholkin, werde er manchmal gefragt, ob das alles seine seien? Und ob, sage er dann, aber das seien ja noch gar nicht alle, es gebe noch drei mehr. Meistens komme dann: "Alle aus einer Ehe?" Das findet er bezeichnend: Eine Großfamilie könne sich niemand mehr vorstellen. Weil die Medien, so erklärt er es, etwas anderes propagierten: "Konsum, Selbstverwirklichung, höchstens ein, zwei Kinder, dafür lieber öfter in den Urlaub". Das sei die westliche Kultur, und die sei nicht gut für Russland.














