Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch fordert in einem Markenrechtsstreit mit dem südkoreanischen Techkonzern Samsung Schadensersatz in Höhe von 170 Millionen Dollar (umgerechnet rund 150 Millionen Euro). Einem Bericht der „Financial Times “ zufolge dreht sich der bereits seit Jahren andauernde Rechtsstreit um 26 digitale Zifferblatt-Apps, die laut der Swatch Group das Erscheinungsbild ihrer renommierten Marken wie Omega, Tissot und Breguet nachbilden.Der Uhrenhersteller wirft Samsung vor, zugelassen zu haben, dass Smartwatches des Techkonzerns im Rahmen einer „großangelegten Aneignung“ zu digitalen Kopien von Schweizer Luxusuhren umgestaltet wurden. Die Apps selbst stammen zwar von Drittanbietern, doch bereits 2022 befand der High Court in London Samsung wegen Markenrechtsverletzung für haftbar. Zum einen, weil Samsung den Prüfungsprozess der betroffenen Apps kontrolliert hatte und zum anderen, weil der Konzern seine Smartwatches mit den attraktiven Zifferblättern aktiv vermarktete.Nachdem Samsung mit einer Berufung vor dem Court of Appeal gescheitert ist, geht es nun in einem weiteren Verfahren vor dem High Court um die Höhe des Schadensersatzes für die Swatch Group. Swatch zufolge fanden die Verletzungen des geistigen Eigentums des Uhrenherstellers zwischen Oktober 2015 und Februar 2019 statt, also noch vor dem Ablauf der Brexit-Übergangsphase im Jahr 2020, und betreffen dadurch sowohl Großbritannien als auch den Rest der EU. Insgesamt wurden die Uhren-Apps im Vereinigten Königreich und in der EU etwa 160.000 Mal heruntergeladen.