PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraine-KriegRussland meldet Abwehr von 660 ukrainischen Drohnen – Kraftwerk und Chemiefabrik wohl getroffenStand: 11:35 UhrLesedauer: 3 MinutenDie USA weisen russische Vorwürfe zurück, Vereinbarungen zu möglichen Friedensgesprächen gebrochen zu haben. WELT-Reporter Christoph Wanner erklärt, warum Moskau nun weiter auf einen Abnutzungskrieg im Donbass setzt und wie Russland auf die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe reagiert.Seit Monaten erhöht die Ukraine mit Drohnenangriffen auf die Infrastruktur den Druck auf Russland. Nun sollen ein Wasserkraftwerk und eine wichtige Chemiefabrik getroffen worden sein.Russland hat nach eigenen Angaben einen der wohl größten ukrainischen Drohnenangriffe seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine weitgehend abgewehrt. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Freitag mit, über zwölf russischen Regionen sowie über der völkerrechtswidrig annektierten Krim, dem Asowschen Meer und dem Schwarzen Meer seien in der Nacht zum Freitag 660 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht. Die Angaben lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität ukrainischer Angriffe zu. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass bezeichnete die Angriffswelle als heftigsten ukrainischen Drohnenangriff seit Jahresbeginn.Der Gouverneur der südlich von Moskau gelegenen Region Tula, Dmitri Miljajew, schrieb bei Telegram von allein 157 über dem Gebiet abgewehrten Drohnen. Ihm zufolge wurden in Nowomoskowsk eine Hochspannungsleitung und ein Industriebetrieb beschädigt. Einsatzkräfte seien vor Ort. Details nannte er nicht. Außerdem sei im Kreis Schtschokino ein Wohnhaus beschädigt und eine Frau verletzt worden.Lesen Sie auchDas unabhängige russische Onlinemedium Astra berichtete, in Nowomoskowsk seien eine Chemiefabrik und ein Wasserkraftwerk angegriffen worden und in Brand geraten. Eine offizielle Bestätigung für die Angaben liegt nicht vor. In Nowomoskowsk liegt der Chemiebetrieb Asot. Das Unternehmen ist eines der größten Chemiewerke in Russland und stellt vor allem Dünger her. Nach eigenen Angaben produziert es unter anderem Ammoniak und Salpetersäure – Stoffe, die auch zur Sprengstoffherstellung genutzt werden können. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, 47 ukrainische Drohnen seien auf dem Weg in Richtung der russischen Hauptstadt abgeschossen worden. Über Opfer oder Schäden sagte er nichts. Die Ukraine hat ihre Luftangriffe auf russische Militäranlagen und Energieinfrastruktur in den vergangenen Monaten verstärkt. Die Angriffe führten zu Treibstoffengpässen und störten Nachschublinien der russischen Armee.Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion. Als Teil des Abwehrkampfes hat Kiew seine Gegenangriffe in den vergangenen Monaten deutlich ausgeweitet und den Krieg damit zurück auf russisches Territorium getragen. Das ukrainische Militär zielt vor allem auf die russische Rüstungs- sowie die Öl- und Gasindustrie, um den Treibstoffnachschub für die russische Armee zu stören und dem Kreml die Kriegsfinanzierung zu erschweren.Reparaturen am Atomkraftwerk in der UkraineDerweil meldet die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), dass am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja wichtige Reparaturen abgeschlossen worden sind, die aber noch durch weitere Arbeiten ergänzt werden müssen. In dem AKW waren zuvor russische Drohnen eingeschlagen, die schwere Schäden verursacht hatten. Die Reparatur einer zentralen Stromleitung und weiterer für die nukleare Sicherheit entscheidender Infrastruktur sei während einer vorübergehenden lokalen Feuerpause erfolgt. Die Stromleitung sei jedoch noch nicht wieder in Betrieb genommen worden, da das angeschlossene Umspannwerk schwer beschädigt sei. Die Reparaturarbeiten dort dauerten an. Mit einem baldigen Abschluss sei nicht zu rechnen, so die IAEA weiter.AP/kami
Ukraine-Krieg: Russland meldet Abwehr von 660 ukrainischen Drohnen – Kraftwerk und Chemiefabrik wohl getroffen - WELT
Seit Monaten erhöht die Ukraine mit Drohnenangriffen auf die Infrastruktur den Druck auf Russland. Nun sollen ein Wasserkraftwerk und eine wichtige Chemiefabrik getroffen worden sein.







