Es ist ein Teilerfolg für mehrere Umweltorganisationen: Der französische Ölkonzern TotalEnergies muss einer Gerichtsentscheidung zufolge seine mit Öl- und Erdgasprodukten verbundenen Klimarisiken offenlegen. ​Zudem muss der Konzern Pläne vorlegen, wie er diesen Risiken begegnen will.»Klimarisiken, ‌zu denen Unternehmen durch ihre Tätigkeit beitragen können, fallen in den Anwendungsbereich der Sorgfaltspflicht«, hieß es in einer Mitteilung des Pariser Gerichts zu dem Urteil am Donnerstag. Das Gesetz wolle die Unternehmen nicht für diese ​Risiken verantwortlich machen, die aus der gesamten menschlichen Aktivität seit der industriellen Revolution resultieren. ⁠Es ⁠verlange von ihnen jedoch, entsprechend ihrer Situation zu handeln.Mehrere Umweltorganisationen und die Stadt Paris hatten TotalEnergies vorgeworfen, durch das Geschäft mit fossilen Brennstoffen Schäden für das Klima und die Umwelt zu verursachen. Ihre Klage stützt sich auf eine seit 2017 in Frankreich geltende Sorgfaltspflicht, die große Unternehmen verpflichtet, in ihrer Geschäftstätigkeit Menschenrechtsverstöße und Umweltschäden zu verhindern. Das Gesetz schreibt auch vor, dass die Unternehmen einen Bericht über die Risiken ihrer Geschäftstätigkeit für Gesundheit, Umwelt und Menschenrechte vorlegen müssen.Der Bericht zu den Umweltrisiken von TotalEnergies sei »unvollständig«, weil er die CO₂-Emissionen der Kunden, die beim Verbrennen von Öl und Gas entstehen, nicht berücksichtige, urteilten die Richter. Die Kläger hatten argumentiert, dass gerade diese Emissionen die wichtigste Auswirkung von TotalEnergies auf das Klima darstellten.Die Stadt Paris begrüßte das Urteil. »Zum ersten Mal erkennt ein Gericht an, dass Klimarisiken unter die Sorgfaltspflichten großer Unternehmen fallen und dass sich kein fossiler multinationaler Konzern ihnen entziehen kann«, erklärte die Umweltbeauftragte der Stadt, Alice Timsit.