Strategy hält fast 850.000 Bitcoin, gut vier Prozent des Gesamtangebots. Deswegen schlägt die Kursentwicklung am Kryptomarkt direkt auf den Aktienkurs durch: Allein in dieser Woche brach der Kurs der Stammaktie (MSTR) um 24 Prozent ein.Gegenüber dem Hoch aus dem vergangenen Juli beträgt das Minus sogar mehr als 80 Prozent. Dadurch wächst die Sorge, dass nicht nur der Bitcoin zum Problem für Strategy werden könnte, sondern auch Strategy zum Problem für den Bitcoin.„Auslöser des Bitcoin-Ausverkaufs ist die zyklische Schwäche, der eigentliche Treiber aber ist der Glaubwürdigkeitsverlust von Strategys Strategie“, sagte Andreja Cobeljic, Leiter des Derivatehandels bei der Amina Bank.Strategy ist eine sogenannte Crypto Treasury Company (CTC). Das sind Unternehmen, deren Geschäftsmodell maßgeblich darauf ausgerichtet ist, Bitcoin oder andere Kryptowährungen zu kaufen.Strategy finanzierte seine Bitcoin-Käufe durch die Ausgabe von Aktien und anderen Wertpapieren. Vor allem die Vorzugsaktie (STRC) hatte Saylor als großen Durchbruch angepriesen.Vorzugsaktie als zentrales FinanzierungsvehikelBei der Vorzugsaktie erhalten Anleger eine variable Dividende, um die Aktie nahe beim Kurs von 100 Dollar zu halten. Fällt der Kurs, kann Strategy die Dividende erhöhen, um die Nachfrage anzukurbeln. Steigt der Kurs, kann Strategy die Dividende senken.Dadurch ähnelt die Kursentwicklung einer kurzlaufenden Anleihe. Damit sollen Anleger angesprochen werden, die regelmäßige Erträge suchen und vom Erfolg des Bitcoin profitieren wollen, ohne den großen Kursschwankungen der Kryptowährung oder der Strategy-Stammaktie ausgesetzt zu sein.Der Vorteil für Strategy ist, dass es die Einnahmen aus den Aktienverkäufen in Bitcoin investieren kann. Dadurch ist STRC zu einem der zentralen Finanzierungsvehikel für Strategys Bitcoin-Akkumulationsstrategie geworden.Misstrauensvotum für FinanzierungsmodellDiese Strategie beinhaltet aber ein Risiko: Weil der Bitcoin keine laufenden Erträge abwirft, müssen die Dividenden entweder aus dem Softwaregeschäft des Unternehmens bezahlt werden, aus vorhandener Liquidität oder neu ausgegebenen Aktien oder Anleihen.Wenn der Bitcoin stark fällt und es Zweifel daran gibt, dass Strategy die Zahlungen finanzieren kann, kann der Kurs der Vorzugsaktie trotz höherer Dividende deutlich unter 100 Dollar fallen. Das ist aktuell der Fall: Der Schlusskurs von Donnerstag liegt bei lediglich 76 Dollar.Das zeigt, dass Anleger trotz der hohen Dividende aktuell einen deutlichen Risikoabschlag verlangen. Sind Investoren aber nur noch bereit, die Aktie zu Notpreisen zu kaufen, oder gar nicht mehr, steigen die Kapitalkosten des Unternehmens – das würde eine der größten und beständigsten Nachfragequellen des Bitcoin bedrohen.
Krypto: Minus 27 Prozent in fünf Tagen – Strategy-Aktie fällt mit Bitcoin
Das riskante Finanzierungsmodell von Michael Saylors Bitcoin-Konzern Strategy zeigt deutliche Schwächen. Das erhöht die Sorgen um eine „Todesspirale“ am Kryptomarkt.










