Der Weg zum Adolf-Meyer-Pavillon an der Gutleutstraße führt derzeit vorbei an Bauzäunen und über provisorische Wege. „Es dauert noch ein wenig, bis alles auf Vordermann ist“, sagt Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD). Der frühere Kinderhort im Sommerhoffpark ist zwar noch umstellt von einer Baustelle, aber schon jetzt zeichnet sich ab, welche Rolle er künftig im Gutleutviertel spielen soll: Er soll ein offener Treffpunkt für Nachbarschaft, Initiativen und Vereine werden.Im Inneren ist die Herkunft des Hauses noch deutlich zu erkennen. Die niedrigen Türen zu den sanierten Toiletten erinnern daran, dass hier einst Kinder ein und aus gingen. Der Pavillon aus den Jahren 1928/29, entworfen vom Bauhaus-Architekten Adolf Meyer, gilt als wichtiges Zeugnis des Neuen Frankfurts. Dass das Gebäude heute wieder geöffnet wird, ist Teil einer größeren Strategie: Die Stadt will im westlichen Gutleutviertel ein produktives und gemeinwohlorientiertes Quartier entwickeln. Gwechenberger betont, dass man hier nicht, wie früher, „den Bagger einmal durchfahren lässt“, sondern gemeinsam mit der Nachbarschaft entwickelt, was an diesem Ort gebraucht und gewünscht wird.Für zunächst fünf Jahre ist der Pavillon als gemeinnütziger Quartiersraum vorgesehen. Auf rund 120 Quadratmetern sollen hier Vereine, Initiativen und Menschen aus dem Gutleutviertel Platz finden. Koordiniert wird die Nutzung vom Quartiersmanagement der Arbeiterwohlfahrt (AWO). „Wir sehen überall die zunehmende Vereinsamung“, sagt AWO-Vorstand Axel Dornis. Der Pavillon solle ein Ort werden, der insbesondere Alleinerziehende, ältere Menschen und Familien erreicht.Ein paar Häppchen und Getränke gibt es schon: Olaf Gries, der Besitzer des Orange Kiosks.Maximilian von LachnerGeplant sind offene Nachbarschaftstreffen, Beratung, kleinere Kulturveranstaltungen, Angebote für Kinder und Jugendliche sowie selbst organisierte Aktivitäten aus dem Viertel. Die angrenzenden Flächen eignen sich für Urban-Gardening-Projekte. Friedel Weyh und Amanda Bruchmann vom Quartiersmanagement betonen, dass das Programm nicht „von oben“ festgelegt werden soll. Die Zwischennutzung ist bewusst als Erprobungsphase angelegt: Fünf Jahre, in denen ausprobiert wird, was funktioniert – und in denen Erfahrungen gesammelt werden, die in die spätere, denkmalgerechte Sanierung und eine dauerhafte Nutzung einfließen.Orange-Kiosk: Vom Strand in den WaldSchon jetzt belebt ein gastronomisches Angebot den Ort. Der frühere Kiosk Orange Beach, der am Mainufer einem Brückenbau weichen musste, hat im Pavillon eine neue Heimat gefunden. „Vom Strand in den Wald“, sagt Betreiber Olaf Gries. Für den Moment spricht er von einem „Softlaunch“: Es gibt Getränke, Öffnungszeiten werden zunächst ausprobiert. „Der, der jetzt kommt, wird versorgt, alles Weitere schauen wir in ein bis zwei Wochen“, sagt Gries.Mit Tischen vor dem Pavillon, Blick in den Sommerhoffpark und kurzen Wegen zur Gutleutstraße fügt sich der Kiosk in das Konzept ein. Trinkgeld soll weiterhin Projekten in Gambia zugutekommen. Auch die Verbindung zum Sommerhoffpark soll verbessert werden, so Packhieser. Wer dort spazieren geht, soll hier einen Kaffee holen und gleichzeitig Zugang zu Toiletten haben. „Wir wollen gute Quartiere schaffen, mit sozialer Infrastruktur und guter Verkehrsanbindung und erst dann über neuen Wohnungsbau sprechen“, sagt er. Die für Samstag geplante erste „Gemeinwohlwerkstatt“ wurde allerdings wegen der Hitze abgesagt und auf September verschoben.Parallel zum provisorischen Betrieb plant die Stadt die denkmalgerechte Sanierung des Pavillons, die 2031 beginnen soll; von 2033 an ist ein dauerhafter Betrieb vorgesehen.