Am 30. April wurde der Siegerentwurf für das „Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation“ (Richter Musikowski Architekten) in Halle an der schönen Saale offiziell vorgestellt, in Anwesenheit des sachsen-anhaltinischen Ministerpräsidenten und des „Ostbeauftragten“ der deutschen Bundesregierung. Im Rahmen dieser Entwurfsvorstellung wurde kein Vergleich für das elegante Pappmodell gescheut, auch nicht der mit dem Sydney Opera House oder der Elbphilharmonie in Hamburg.
Mutig, mag man sich als etwas abergläubischer Zeitgenosse denken, und zwar aus mehreren Gründen, denn zum einen dauerte der Bau in Sydney zehn Jahre länger als geplant und die ursprünglich kalkulierten Kosten stiegen numerisch um circa 1400 Prozent. Wenn man an die veranschlagten 200 Millionen Euro für Halles Sydneyisierung denkt, kann einem da angst und bange werden. Vielleicht fällt die Finanzierung zu gegebener Zeit in das Sondervermögen für die Aufrüstung, denn es geht ja auch um geistige Landesverteidigung.
Über den Bau der Elbphilharmonie muss hier nichts weiter gesagt werden. Und zum anderen: Sollen hier später eigentlich operettenhafte Schaustücke oder moderner Tanz aufgeführt werden?
Der Investitionszweck, auf den wir noch zurückkommen, hat die architektonische Gestaltung jedenfalls nicht prägen können. Für die Verkaufe musste die große Pauke geschlagen und die Posaune geblasen werden. Ich muss etwas ausholen. Was war das mit dem Investitionszweck? Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört, hat er gesagt, hat er wirklich gesagt, der viel Bewunderte, inzwischen längst Ikonisierte. Die Forderung des bundesdeutschen Grundgesetzes war erfüllt, auf der Berliner Festtribüne vor dem Reichstag feierte in langer erster Reihe bis null Uhr Ortszeit die rein westbundesdeutsche Politprominenz, auch er hatte seinen Platz zwischen Genscher, Lafontaine und Riesenhuber. Einzig Lothar de Maizière hatte sich, in Körpergröße und Rhetorik die ideale Verkörperung der bald beitretenden völkerrechtlichen Entität „DDR“, die als solche allerdings gar nicht beitreten konnte, sondern sich einfach in Luft auflöste, noch in Reihe eins geschlichen.










