Der frühere Hollywoodproduzent Harvey Weinstein, 74, muss sich nicht zum vierten Mal im Fall des Vergewaltigungsvorwurfs durch die Schauspielerin Jessica Mann vor einem New Yorker Gericht verantworten. In Absprache mit Mann habe man entschieden, den Fall nicht erneut aufzurollen, teilte die New Yorker Staatsanwaltschaft mit.

»Um das klarzustellen: Wir glauben den Erzählungen von Frau Mann und zweifeln nicht an ihrer Glaubhaftigkeit als Zeugin«, hieß es in einer Mitteilung. Sie habe nun aber schon bei drei Prozessen aussagen müssen und das sei für sie eine »außergewöhnlich strapaziöse Belastungsprobe« gewesen. Sie wolle nicht erneut aussagen.»Mehr Schaden als Nutzen gebracht«Weinstein war angeklagt, Mann 2013 in einem Hotel in Manhattan vergewaltigt zu haben. 2020 war er unter anderem deswegen zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch war 2024 allerdings aufgrund von Verfahrensfehlern überraschend wieder kassiert worden. Zweimal war der Prozess danach neu aufgerollt worden – in diesem Anklagepunkt aber hatte sich die jeweilige Jury in beiden Fällen nicht einigen können.

Jessica Mann musste in allen drei Prozessen tagelang im Zeugenstand aussagen. Sie schilderte den Geschworenen, dass Weinstein sie 2013 in einem Hotel in Manhattan vergewaltigt habe. Auch wurde sie eingehend zu der komplexen Beziehung befragt, die sie vor und nach dem Vorfall mit ihm gehabt haben soll, befragt. Der oscarprämierte Produzent bestritt die Vorwürfe und behauptete, alles, was zwischen ihm und Mann geschehen sei, sei einvernehmlich gewesen.