Mehr Rente ohne längere Arbeit : Gewerkschaftsbund legt alternatives Rentenkonzept vor26.06.2026, 07:41Lesezeit: 2 Min.Eine eigene Rentenkommission des Deutschen Gewerkschaftsbunds hat eine Alternative zu den Reformplänen der Regierung erarbeitet. Das Konzept verspricht ziemlich viel. Wie soll es finanziert werden?Eine vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) eingesetzte Rentenkommission fordert eine Anhebung des Rentenniveaus auf bis zu 53 Prozent und eine für alle Arbeitgeber verpflichtende betriebliche Altersvorsorge. Wie aus den am Freitag vorgestellten Empfehlungen weiter hervorgeht, soll das Nettorentenniveau vor Steuern zunächst auf mindestens 50 Prozent steigen. Derzeit liegt das Rentenniveau bei rund 48 Prozent eines Durchschnittslohns. Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters lehnt die Kommission strikt ab. Dies sei „nichts anderes als ein verdecktes Rentenkürzungsprogramm“.Zur Finanzierung schlägt die Kommission mehrere Schritte vor. So soll die Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung ausgebaut werden, in die schrittweise auch Selbstständige sowie Abgeordnete einzahlen. Zudem empfiehlt das Gremium einen Demografiezuschuss des Bundes, der aus zusätzlichen Steuern auf hohe Vermögen und Kapitalerträge finanziert werden soll. Auch leicht erhöhte Beiträge werden als Möglichkeit genannt. Eine Gegenfinanzierung durch höhere Verbrauchssteuern oder Kürzungen bei Sozialleistungen lehnt die Kommission hingegen ab.„Eine gute Rente für alle ist möglich. Das ist eine Frage des politischen Willens“, sagte die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi. Die betriebliche Altersvorsorge sei eine wichtige Ergänzung und sollte für alle Arbeitgebenden verpflichtend sein.Wer arbeite, gehöre in die SolidargemeinschaftDie Chefin der Industriegewerkschaft Metall, Christiane Benner, erklärte, eine auskömmliche Rente sei eine Frage des Respekts und müsse die Lebensleistung der Beschäftigten anerkennen. „An einer Erwerbstätigenversicherung führt kein Weg vorbei.“ Wer arbeite, gehöre in die Solidargemeinschaft, dazu zählten abhängig Beschäftigte, Selbstständige und Politiker.Der DGB hatte die unabhängige Kommission im Januar 2026 eingesetzt. Ihr gehören Vertreter der DGB-Gewerkschaften sowie von Wissenschaft, Wohlfahrtsverbänden und Politik an.Die Dachorganisation der größten Gewerkschaften reagierte damit darauf, dass die Bundesregierung eine Rentenkommission ohne Gewerkschaften und Arbeitgeber berufen hatte. Diese hatte am Dienstag ihre Vorschläge vorgelegt. Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) haben angekündigt, dass sie die Vorschläge der Regierungskommission umsetzen wollen. Die DGB-Kommission kommt zu anderen Empfehlungen.
Mehr Rente ohne längere Arbeit: Gewerkschaftsbund legt eigenes Rentenkonzept vor
Eine eigene Rentenkommission des Deutschen Gewerkschaftsbunds hat eine Alternative zu den Reformplänen der Regierung erarbeitet. Das Konzept verspricht ziemlich viel. Wie soll es finanziert werden?










